Falschdarstellung der Eigentumsverhältnisse an der Kaiserwiese in der BZ

Zu den Besitzverhältnissen an der Kaiserwiese haben wir am 25. Jänner 2019 einen Beitrag verfasst. Hier eine kurze Zusammenfassung:

Das unter der Bezeichnung „Kaiserwiese“ bekannte Grundstück (die Wiese zwischen Praterstern und dem Riesenrad) steht seit 1958 unverändert (d.h. ohne zwischenzeitige Veränderung der Eigentumsverhältnisse) im Eigentum der Stadt Wien (siehe Katastralgemeinde 01657 Leopoldstadt, Einlagezahl (EZ) 5899).

Laut aktuellem Flächenwidmungsplan (Plandokument Nr. 7776) ist die Kaiserwiese als Erholungsgebiet Parkanlage (Epk) gewidmet.

Die Kaiserwiese als „Privatgrund“ zu bezeichnen erfordert einen ziemlich „verwegenen Interpretationsansatz“. Bei einer solchen Auslegung müsste dann auch der gesamte Grüne Prater als „Privatgrund“ angesehen werden, gehört er doch – den grundbücherlichen Eigentumsverhältnissen zufolge – teilweise der Stadt Wien und teilweise der im Eigentum der Republik Österreich stehenden BIG.

Autor M.W.

KaiserwiesenBaumportraits

Sommer 2021, die Kaiserwiese hat bereits ein Jahr ohne Wiener Wiesn auskommen dürfen, ein weiteres wird folgen.
Es wird jedoch leider jedes Jahr mindestens ein Baum gefällt, der Trockenheit, Krankheit oder zu intensiver Nutzung zum Opfer fällt.
Vor kurzem hat es den Baum Nummer 20 erwischt!
Es war ein Ahorn, der wohl wie seine beiden Nachbarbäme in der Nachkriegszeit ca. 1948/49 gepflanzt wurde. Der Baumkataster gibt leider keine Informationen dazu mehr her. Er sah bereits vor einem Jahr sehr schlecht aus, wie die folgenden Bilder aus dem April 2020 deutlich zeigen und wird laut Baumkataster der Stadt Wien nun durch einen Jungbaum ersetzt.
Wir hoffen sehr, dass der Jungbaum eine intensive, mehrjährige Anwuchspflege geniessen wird, da ihm sonst der baldige Tod droht. Besonders bei zukünftigen Veranstaltungen wird hier besonders darauf zu achten sein genügend Abstand zu den sensiblen, jungen Wurzeln zu halten!


KaiserwiesenBaumportraits

Der Sommer 2019 ist da, doch es bleiben nurmehr wenige Tage und dann wird die Kaiserwiese wieder für viele Wochen für Verwertungszwecke gesperrt werden. Die Bäume werden wieder leiden und nicht sichtbar beschädigt werden! Wir nutzen die Zeit und stellen einen weiteren Baum, der nicht direkt auf der Wiese steht, jedoch räumlich dazu gezählt werden kann.

Die Linde mit ihrem wunderschönen Habitus steht direkt vor dem Planetarium am Oswald-Thomas-Platz. Auf den unter ihr befindlichen Bänken kann man sich gut aufhalten und den Blick auf die Kaiserwiese und die vorbeigehenden Mesnschen schweifen lassen. Direkt unter der Linde befindet sich ein Gedenkstein zum 200jährigen Jubiläum des Praters. Vermutlich spielt bei der Positionierung des Steines die symbolische Wirkung der Linde im mitteleuropäischen Raum eine Rolle. Die sogenannte Dorflinde war und ist weit verbreitet.

Baum 1_1

31.07.2019

Baum 1

Linde (Tilia.spec.)
Pflanzjahr unbekannt
Stammumfang 254cm
Kronendurchmesser 13-15m
Baumhöhe 16-20m

Baum 1_2

Baum 1_3

31.07.2019

baumkataster_Baum 1

Baum 1_4

31.07.2019

Baum 1_5

31.07.2019

Baum 1_6

31.07.2019

Weiterführende Informationen zum symbolischen Gehalt, ihrer Geschichte und der Nutzungsvielfalt der Linde sind leicht im Internet und jeder Bibliothek zu finden! Besonderes Augenmerk möchte ich auf die sogenannte Tanzlinde legen. Dieser hat der bayrische Dokumentarfilmer Dieter Wieland einen Teil seiner Dokumentation zur Dorflinde gewidmet.

Autor: Eric Kläring

KaiserwiesenBaumportraits

Heute geht es weiter mit unserer kleinen Reihe der Baumportraits auf der Kaiserwiese. Die bisher vorgestellten Bäume findet ihr hier:

https://kaiserwiese.wordpress.com/2019/02/08/kaiserwiesenbaumportraits/

Heute stellen wir wieder eine der großen alten Pappeln vor. Auf wikipedia findet sich folgendes Zitat:

Die relativ dürreunempfindliche Halblicht- und Pionierbaumart ist ein Flachwurzler und bevorzugt ganzjährig feuchte, frische, lockere, nährstoff- und basenreiche Böden mit kiesigem Lehm und Ton im Untergrund. Sie besiedelt gerne lichte Auwälder großer Flussniederungen, wie sie an Elbe, Donau oder Rhein vorkommen. Unter flussbegleitenden Gehölzen findet man sie besonders häufig im Bereich der Hartholzaue, einem durch nicht regelmäßige Überschwemmungen charakterisierten Auwald. Strauchförmig kann die Silber-Pappel auch trockene Anschwemmungen besiedeln. Auf Moorböden kann sie gleichermaßen wie auf trockenen und armen Sandböden gedeihen. In küstennahen Pionierwäldern ist sie eine regelmäßig anzutreffende Art. Standorte direkt an der Küste dominieren windschiefe Strauchformen. Sowohl Sommerhitze als auch Winterkälte werden von der Silber-Pappel toleriert. Die Silber-Pappel ist eine Charakterart der Assoziation Eichen-Ulmenwald, Hartholzaue (Querco-Ulmetum) aus dem Verband der Erlen-Eschen-Auewälder (Alno-Ulmion).[5]

Da Pappeln Flachwurzler sind ist es umso schlimmer, wie auf der Kaiserwiese mit diesen alten Bäumen umgegangen wird. Das Befahren und Ablagern bis an die Stämme heran wird zur Qual, wenn man sich vorstellt, dass die Wurzeln von Bäumen sich im gesamten Bereich der Baumkrone ausbreiten. Der heute vorgestellte Baum 42 wurzelt also mindestens 10m um der Stamm herum.

 

Baum 42

Silberpappel (Populus alba)
Pflanzjahr 1873
Stammumfang 382cm
Kronendurchmesser >21m
Baumhöhe 21-25m

Baum 42_1

14.03.2019

 

Baum 42_4

14.03.2019

Baum 42_5

14.03.2019

Baum 42_2

Baum 42_3

14.03.2019

 

Autor: Eric Kläring

 

 

KaiserwiesenBaumportraits

Für alle die sich fragen welche Bäume auf der Kaiserwiese stehen, wie groß und wie alt sie sind, stellen wir sie ab sofort in kleinen Baumportraits vor. Die Bilder der heutigen beiden Portraits sprechen für sich! Das Alter dieser Riesen ist ob ihrer Art umso erstaunlicher, wenn man sich überlegt, wie sie durch die vielen, vielen Großveranstaltung unter keinerlei halbwegs vernünftiger und verantwortungsvoller Einhaltung von Schutzmaßnahmen geschunden werden. Wir verzichten aber bei den Baumportraits gerne auf die besagten Horroszenarien während der Großveranstaltungen, sondern zeigen die Bäume in ihrem freigestellten, jeweils aktuellen Zustand auf der Wiese. (Leider konnten wir den WinterCircus nicht wegzaubern…)

Sehr hilfreich und informativ für unsere Portraits ist der von der Stadt Wien angebotene Baumkataster, in dem die Bäume der Stadt kartiert und teilweise detailliert beschrieben sind. Wir greifen sehr gerne auf dieses hervorragende Archiv zu: https://www.wien.gv.at/umweltgut/public/

Baum 6

Graupappel (Populus x canescens)
Pflanzjahr 1864
Stammumfang 405cm
Kronendurchmesser >21m
Baumhöhe 26-30m

Baum 6_1

29.01.2019

Baumkataster_Baumnummer 06

Baum 6_2

29.01.2019

Baum 6_3

29.01.2019

Baum 18

Silberpappel (Populus alba)
Pflanzjahr 1812
Stammumfang 535cm
Kronendurchmesser >21m
Baumhöhe 21-25m

Baum 18_1

14.01.2019

Baumkataster_Baumnummer 18

Baum 18_2

14.01.2019

Baum 18_3

14.01.2019

von Eric Kläring

Der rechtliche Status der Kaiserwiese

Im heutigen Beitrag wollen wir den rechtlichen Status der Kaiserwiese kurz darstellen.

1. Eigentumsverhältnisse

Das unter der Bezeichnung „Kaiserwiese“ bekannte, unmittelbar westlich des Wiener Riesenrads liegende, Grundstück ist im Grundbuch unter der Einlagezahl (EZ) 5899 in der Katastralgemeinde (KG) 01657 Leopoldstadt registriert. Die Grundstücksnummer (GST-NR) lautet 1330/1.

Eigentümer der Kaiserwiese ist die Stadt Wien. Dies bedeutet, dass letzten Endes die Organe der Stadt Wien über das Schicksal der Kaiserwiese entscheiden, und dafür auch den Wiener Wählern gegenüber politisch verantwortlich sind.

Die Stadt Wien dürfte die Verwaltung der Kaiserwiese auf die unter der Nummer FN 287898f im Firmenbuch registrierte Prater Wien GmbH übertragen haben, wobei der Öffentlichkeit keine genaueren Informationen darüber zugänglich sind. Die Prater Wien GmbH ist eine private Gesellschaft, welche jedoch – über Zwischenbeteiligungen – zu 100% im Eigentum der Stadt Wien steht. Vereinfacht gesagt bedeutet dies, dass die Stadt Wien ein ihr gehörendes Grundstück durch eine rechtlich formal vor ihr getrennte, aber wirtschaftlich betrachtet ebenfalls ihr gehörende private Gesellschaft verwalten lässt. Dies ist insofern bemerkenswert, als die Stadt Wien durchaus zahlreiche der in ihrem Eigentum stehenden Grundstücke selber, also durch Magistratsbedienstete, verwaltet und auch über ausreichend eigene Ressourcen für die Verwaltung verschiedenster Arten von Grundstücken verfügt (wie etwa die Magistratsabteilungen 34 / Bau- und Gebäudemanagement, 42 / Stadtgartenamt, oder 69 / Grundstücksangelegenheiten).

2. Widmung und zulässige Nutzungen

Laut aktuellem Flächenwidmungsplan (Plandokument Nr. 7776 aus dem Jahr 2006) ist die Kaiserwiese als Erholungsgebiet Parkanlage (Epk) gewidmet.

Gemäß § 6 Absatz 2 der Bauordnung für Wien dienen „Erholungsgebiete der Erholung und der Gesundheit. Soweit der Bebauungsplan […] nichts anderes bestimmt, dürfen [auf Parkanlagen] Bauwerke nur insoweit errichtet werden, als sie für die Benützung und Erhaltung [der Parkanlagen] erforderlich sind.“ Für die Kaiserwiese liegen – soweit ersichtlich – keine Ausnahmebestimmungen im Bebauungsplan vor.

Nähere Informationen zum Flächenwidmungsplan der Stadt Wien finden sich auf folgender Adresse:

https://www.wien.gv.at/flaechenwidmung/public/

Plandokument 7776.  Festsetzung des Flächenwidmungsplanes und des Bebauungsplanes.

pd_7776

pd_7776__200

von M.W.