Wiesenportraits, heute: die Rotundenwiese

nicole schwarzplan prater.jpgWeiter geht´s im Wiesenreigen!
Heute gibt´s das Kurzportrait der Rotundenwiese, es ist jene Wiese bei der großen Prater-Hundezone, beim Hundewald, wo das Freilaufen von Hunden erlaubt ist.
Im Schwarzplan seht Ihr eine 4geteilte Wiese, geteilt durch die Kaiserallee und durch einen Fußweg.

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Lediglich die östliche Hälfte ist die Hundewiese, auf der westlichen ist Hundeverbot. Sowohl auf der einen als auch auf der anderen Hälfte lassen sich immer wieder Erholungssuchende zum Picknick nieder oder veranstalten bei einer Jauseninsel (Kinder-)geburtstage.
Insgesamt sind es ebene Wiesen ohne Topografie, mit einigem altem Baumbestand und informellem Charakter.

Die neu gebaute, angrenzende Wirtschaftsuniversität (WU) bringt Picknickverliebte StudentInnen, die rahmende Liliputbahn bringt Lärm, Staub und vor allem Kohlegeruch in die Wiesen.
Was fällt Euch als Erstes zur Rotundenwiese ein?

 

nicole Hundewiese, Rotundenwiese.jpg

 

von Nicole Raker

Fragt mal eure Oma!

Oder euren Opa oder eure Großtante oder euren Großonkel – wo es früher im und rund um den grünen Prater noch überall richtig schön GRÜN war. Ihr werdet euch wundern!!!

Ich erinnere mich z.B. an den Sportplatz Meiereistraße/Hauptallee (Union Trendspotzentrum Prater) mit den riesigen Bäumen. Dort ist jetzt stattdessen eine riesige Baum-freie Fläche mit Kunstrasen.

Oder an die ehemaligen Tennisplätze und Kindergarten entlang der Ausstellungsstraße. Dort gab‘s früher zahlreiche, riesige Bäume und Grünflächen. Jetzt steht da ein Hotel (MotelOne) und ein Studentenheim (Milestone).

Oder das ehemalige Gelände um die Trabrennbahn (vor allem um die Tribünen). Dort standen früher riesige Kiefern (siehe Bild) und es gab ganz viel Grün. Jetzt stehen dort Luxuswohnungen. Usw.

Was auch immer ihr herausfindet, posten es bei uns auf FB.

von Eva Müller

KaiserwiesenBaumportraits

Für alle die sich fragen welche Bäume auf der Kaiserwiese stehen, wie groß und wie alt sie sind, stellen wir sie ab sofort in kleinen Baumportraits vor. Die Bilder der heutigen beiden Portraits sprechen für sich! Das Alter dieser Riesen ist ob ihrer Art umso erstaunlicher, wenn man sich überlegt, wie sie durch die vielen, vielen Großveranstaltung unter keinerlei halbwegs vernünftiger und verantwortungsvoller Einhaltung von Schutzmaßnahmen geschunden werden. Wir verzichten aber bei den Baumportraits gerne auf die besagten Horroszenarien während der Großveranstaltungen, sondern zeigen die Bäume in ihrem freigestellten, jeweils aktuellen Zustand auf der Wiese. (Leider konnten wir den WinterCircus nicht wegzaubern…)

Sehr hilfreich und informativ für unsere Portraits ist der von der Stadt Wien angebotene Baumkataster, in dem die Bäume der Stadt kartiert und teilweise detailliert beschrieben sind. Wir greifen sehr gerne auf dieses hervorragende Archiv zu: https://www.wien.gv.at/umweltgut/public/

Baum 6

Graupappel (Populus x canescens)
Pflanzjahr 1864
Stammumfang 405cm
Kronendurchmesser >21m
Baumhöhe 26-30m

Baum 6_1

29.01.2019

Baumkataster_Baumnummer 06

Baum 6_2

29.01.2019

Baum 6_3

29.01.2019

Baum 18

Silberpappel (Populus alba)
Pflanzjahr 1812
Stammumfang 535cm
Kronendurchmesser >21m
Baumhöhe 21-25m

Baum 18_1

14.01.2019

Baumkataster_Baumnummer 18

Baum 18_2

14.01.2019

Baum 18_3

14.01.2019

von Eric Kläring

Ein Spaziergang im Grünen Prater

Die Aufnahmen entstanden am 30.12.2018 und 13.01.2019. In den Wochen davor hat es in Wien teils heftig gestürmt. Der Anblick der herumliegenden, aus dem Boden gerissenen oder gefällten Bäume hat zutiefst betroffen gemacht. Zeigt es doch, wie fragil der Grüne Prater mittlerweile ist. Das Alter der Bäume, Baumkrankheiten etc…  Natürlich gibt es diese Natureinflüsse auch anderswo. Doch wer schützt den Grünen Prater? Wie wird der Grüne Prater geschützt?

Zunehmende  Bebauung, Gastronomie und Eventisierung im und rund um den Grünen Prater sind jedenfalls kein Schutz, sondern gefährden bzw. zerstören das für die Leopoldstadt und Wien insgesamt so wertvolle Erholungsgebiet zusätzlich. Wer also schützt den Grünen Prater?

 

von Sabine Edler

Der rechtliche Status der Kaiserwiese

Im heutigen Beitrag wollen wir den rechtlichen Status der Kaiserwiese kurz darstellen.

1. Eigentumsverhältnisse

Das unter der Bezeichnung „Kaiserwiese“ bekannte, unmittelbar westlich des Wiener Riesenrads liegende, Grundstück ist im Grundbuch unter der Einlagezahl (EZ) 5899 in der Katastralgemeinde (KG) 01657 Leopoldstadt registriert. Die Grundstücksnummer (GST-NR) lautet 1330/1.

Eigentümer der Kaiserwiese ist die Stadt Wien. Dies bedeutet, dass letzten Endes die Organe der Stadt Wien über das Schicksal der Kaiserwiese entscheiden, und dafür auch den Wiener Wählern gegenüber politisch verantwortlich sind.

Die Stadt Wien dürfte die Verwaltung der Kaiserwiese auf die unter der Nummer FN 287898f im Firmenbuch registrierte Prater Wien GmbH übertragen haben, wobei der Öffentlichkeit keine genaueren Informationen darüber zugänglich sind. Die Prater Wien GmbH ist eine private Gesellschaft, welche jedoch – über Zwischenbeteiligungen – zu 100% im Eigentum der Stadt Wien steht. Vereinfacht gesagt bedeutet dies, dass die Stadt Wien ein ihr gehörendes Grundstück durch eine rechtlich formal vor ihr getrennte, aber wirtschaftlich betrachtet ebenfalls ihr gehörende private Gesellschaft verwalten lässt. Dies ist insofern bemerkenswert, als die Stadt Wien durchaus zahlreiche der in ihrem Eigentum stehenden Grundstücke selber, also durch Magistratsbedienstete, verwaltet und auch über ausreichend eigene Ressourcen für die Verwaltung verschiedenster Arten von Grundstücken verfügt (wie etwa die Magistratsabteilungen 34 / Bau- und Gebäudemanagement, 42 / Stadtgartenamt, oder 69 / Grundstücksangelegenheiten).

2. Widmung und zulässige Nutzungen

Laut aktuellem Flächenwidmungsplan (Plandokument Nr. 7776 aus dem Jahr 2006) ist die Kaiserwiese als Erholungsgebiet Parkanlage (Epk) gewidmet.

Gemäß § 6 Absatz 2 der Bauordnung für Wien dienen „Erholungsgebiete der Erholung und der Gesundheit. Soweit der Bebauungsplan […] nichts anderes bestimmt, dürfen [auf Parkanlagen] Bauwerke nur insoweit errichtet werden, als sie für die Benützung und Erhaltung [der Parkanlagen] erforderlich sind.“ Für die Kaiserwiese liegen – soweit ersichtlich – keine Ausnahmebestimmungen im Bebauungsplan vor.

Nähere Informationen zum Flächenwidmungsplan der Stadt Wien finden sich auf folgender Adresse:

https://www.wien.gv.at/flaechenwidmung/public/

 

Plandokument 7776.  Festsetzung des Flächenwidmungsplanes und des Bebauungsplanes.

pd_7776

 

pd_7776__200

 

von M.W.

Wiesenportraits (Bericht vom Urbanize Festival 2015)

Im September 2015 wurden wir als BürgerInneninitiative „Kaiserwiese für alle! zum urbanize Festival eingeladen.  Es sollte eine Ausstellung zum Thema BürgerInnenbeteiligung im öffentlichen Raum entstehen – zudem gab es Workshops zur politischen Arbeit mit Unterstützung u.a. durch Christoph Schäfer von der Initiative „Planbude“, welche in Hamburg um die Essohäuser gekämpft hatte.
Außerdem eingeladen waren die Frisch-Initiative, das MOE, Stadtfrucht, …

Die ganze Sache war uns eine sehr große Ehre, wir haben soviel gelernt! und ist vor allem durch Euch, also durch das große Interesse an der Kaiserwiese, möglich gemacht worden. Unseren Beitrag zur Ausstellung haben wir bisher nicht online gezeigt – und möchten dies nun im Rahmen der Freitagsbeiträge nachholen.

nicole-ausstellung überblick

Hintergrund unserer Idee zum Ausstellungsbeitrag war die wiederkehrende Aussage der VeranstalterInnen und der damaligen Bezirksvertretung (Aufgepaßt! Inzwischen kommen solche Aussagen auch bereits von der neuen Bezirksvertretung!), dass die Kaiserwiese NUR xy% des Grünen Praters ausmache und außerdem sei der Grüne Prater so groß, wen störe denn da bitte das lächerlich kleine und lächerlich kurze Wiesnfest, schließlich möchte man auch mal einen Euro verdienen und das sei nunmal nicht anders möglich, NUR auf der Kaiserwiese.
Diese Aussagen haben wir als furchtbar tragisch und schmerzlich empfunden (und müssen sie auch jetzt wieder so empfinden!), sprechen sie doch für eine Geringschätzung des Grünen Schatzes, den wir vor unserer Haustüre anvertraut bekommen haben und auf den wir im Zuge wachsender Verdichtung und Asfaltisierung besser aufpassen, sprich: ihn schützen sollten.

Also wollten wir ganz sachlich herausfinden, wieviele Wiesen, wieviel Fläche und welchen Charakter hat der Grüne Prater eigentlich und kennen wir die alle?

Ein Prater – Wiesenportrait!

nicole schwarzplan prater
Das Ergebnis fanden wir am besten anhand eines „Schwarzplanes“ visualisiert, so wie Architekten im Lageplan die Häuser schwärzen, wollten wir gern den Prater schwärzen, denn er hat schließlich überaus wichtigen Bestand – nämlich Waldbestand!
Die Wiesen sollten weiß bleiben, damit deutlich wird, wieviel Fläche sie tatsächlich einnehmen. Sie sind ja die Lichtungen, auf denen man sich trifft, Sport treibt oder einfach nur herumlungert.

nicole zirkuswiese

Dieser Beitrag wird – wie Ihr bereits merkt – etwas weitreichender, daher wird hier vorerst ein Teil vorgestellt, und zwar die erste Wiese nach der Kaiserwiese aus der Innenstadt kommend. Wer nicht gut zu Fuss ist und also im Frühling ein paar  Sonnenstrahlen genießen und den Blick schweifen lassen möchte, muss also bis zur Zirkuswiese laufen, wenn die Kaiserwiese wieder einmal überschwemmt, verwüstet, verbaut oder durch den Wintercircus besetzt ist.
Welchen besonderen Charakter hat die Zirkuswiese? Für uns sind die säumenden Kiefern und die glatte, für Ballspiele perfekte Wiesenoberfläche besonders typisch.

Was meint Ihr?

von Nicole Raker

„Nicht so schlimm, wenn ein Baum gefällt wird, es gibt ja eh Ersatzpflanzungen.“*

Stimmt nicht! Die Umweltleistung alter, vitaler und gut belaubter Bäume ist durch ein paar junge Nachpflanzungen nicht zu ersetzen.

baum-kaiserwiese

Beispiel: Eine 100-jährige Buche mit einer Blattfläche von rund 1200 Quadratmetern gibt jährlich 4,5 Tonnen Sauerstoff ab, verdunstet täglich 400 Liter Wasser, entzieht der Luft jährlich sechs Tonnen Kohlendioxyd und filtert eine Tonne Feinstaub und andere Schadstoffe aus der Luft.
Um diese Umweltleistung zu erzielen müssten 2000 Jungbäume mit einem Kronenvolumen von je anderthalb Kubikmetern angepflanzt werden.**

*Vorschrift zu Ersatzpflanzungen In Wien: Pro angefangenen 15 cm Stammumfang des entfernten Baumes (in 1 m Höhe) => ein Ersatzbaum mittlerer Baumschulenqualität (8 bis 15 cm Stammumfang)

**Quelle: Buch „Bäume auf die Dächer, Wälder in die Stadt!“ von Conrad Amber

ersatzpflanzung

Quelle: Floridsdorfer Zeitung http://www.dfz21.at

 

von Eva Müller

 

KFA! goes PRATER

Die Städte wachsen und werden immer weiter verdichtet, so auch Wien und insbesondere der zweite Bezirk – die Leopoldstadt.
Für das Leben in den Städten und die Gesundheit der BewohnerInnen sind öffentliche Räume, Parkanlagen und Erholungsgebiete in genügender Größe und Anzahl unbedingt notwendig.
Wir von Kaiserwiese Für Alle ! werden uns auch in 2019 weiter für eine konsumfreie, öffentlich nutzbare Kaiserwiese einsetzen! Darüber hinaus ist es uns ein großes Anliegen, den Grünen Prater in seiner bisherigen – bereits stark geschrumpften und von Verwertungsmechanismen bedrohten – Grösse zu erhalten, oder besser noch, ihn zu vergrössern!
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Ab sofort werden wir an dieser Stelle jeden Freitag mit einem wöchentlichen Beitrag rund um Kaiserwiese und Grünen Prater informieren, Aktionen bekanntgeben, schönes und häßliches veröffentlichen.
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Bilder-Corner-Kaiserwiese
Unsere erste Aktion in 2019 ist ein Aufruf an Euch zum Mitmachen!
Zur Markierung eines Standortes mit sehr gutem Überblick haben wir eine Natursteinplatte in den Boden eingelassen. Stellt man sich auf diesen Punkt, den wir vorerst Bilder-Corner-Kaiserwiese nennen möchten, sind die Wiese, das Riesenrad und die meisten der vorhandenen Bäume in einem Blick enthalten.
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Unser Aufruf an Euch lautet nun wie folgt:
Bitte macht Bilder (Fotografien, Skizzen, Zeichnungen) von genau diesem Standort und teilt sie mit uns. Ihr könnt sie auf instagram oder in unserer facebook-gruppe https://www.facebook.com/groups/kaiserwiesefueralle/ posten oder sie uns per mail an kaiserwiesefueralle(ät)gmail.com schicken. Die Bilder werden dann zusätzlich auf unserem neuen Instagram-account hochgeladen. https://www.instagram.com/kaiserwiese/
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Bitte verwendet auch folgende hashtags:
#kaiserwiesefüralle #kaiserwiesefueralle #grünerprater #gruenerprater #kaiserwiese365 #bildercornerkaiserwiese #kfa #kfa!
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Die Wiesen denen die darauf liegen!
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BilderCornerKaiserwiese 04.01.2019

von Sabine Edler und Eric Kläring

Neuer Unfug im Prater

Der Winter Circus blockiert Teile der Kaiserwiese vom 1. Dezember 2018 bis 24. Februar 2019. Vor der Wahl um die Bezirksvorstehung Leopoldstadt 2015 waren in den Wahlkampfbroschüren der Grünen folgende Aussagen zu lesen:

Februar 2015: “… was aber nicht geht ist, dass der grüne Prater in Salamitaktik angeknabbert wird.” (Maria Vassilakoou)

September 2015: “SPÖ, ÖVP und FPÖ unterstützen die Kommerzialisierung der Kaiserwiese, […..]. Wir Grüne lehnen [beides] ab.”

Die Meinungen haben sich drastisch geändert!!

In der BZ vom 5./6. Dezember 2018 befürwortet die grüne Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger die Teilnutzung und damit Absperrung der Kaiserwiese für eine kommerzielle Veranstaltung über den Winter: „Der Winter Circus ist ein zusätzlicher Publikumsmagnet zum Wintermarkt“.
Ist die Salamitaktik plötzlich doch OK????

NEOs und ÖVP kritisieren dagegen die Überschreitung der 60-Tage Beschränkung für die kommerzielle Nutzung der Kaiserwiese und sehen die Kaiserwiese als Erholungs- und nicht als Veranstaltungsort (siehe Artikel).
Ein erfreulicher (opportunistischer?) Gesinnungswandel!

 

Und wieder eine Schlammschlacht

Bereits am ersten Tage der Aufbauarbeiten erinnert die Kaiserwiese frappant an den katastrophalen Zustand der Wiese im Jahr 2014. Gerade anbetracht des extrem heißen Sommers heuer und dringend notwendigen Grünraums in der Stadt ist es für uns nicht nachvollziehbar, warum diese Großveranstaltung nach wie vor im Grünen Prater stattfinden muss.

 

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