2019 mehr als 52 Lauf-Events im Grünen Prater!!!

Mein Ziel für dieses Beitrags war, aufzuzeigen, wie viele – viel zu viele! – Veranstaltungen im Grünen Prater stattfinden. Ich dachte mir, schau doch erst mal, wie viele Lauf-Events 2019 im Grünen Prater stattfanden und stattfinden werden, und begann zu zählen.

Ich konnte es gar nicht glauben!!! Beim 52. Lauf, den ich entdeckte, hab‘ ich aufgehört zu zählen: Im Durchschnitt ein Lauf-Event pro Woche!!!! Hier die Liste, und wie gesagt, sie ist nicht vollständig.

1. Wien Energie Business Run, 2. Rapid Lauf, 3. Österreichischer Frauenlauf, 4. Sie- und Er-Lauf, 5. WLV-Crosslauf-Cup, 6. WLV Crosslauf-Cup-2. Lauf, 7. WLV Crosslauf-Cup-3. Lauf, 8. VCM Winterlaufserie-2. Lauf, 9. VCM Winterlaufserie-3. Lauf, 10. VCM Winterlaufserie-4. Lauf, 11. LCC-Eisbärlauf, 12. LCC-Eisbärlauf-2. Bewerb, 13. LCC-Eisbärlauf-3. Bewerb, 14. Stadion Center Lauf, 15. Kids Run – Österreichs Laufopening, 16. Laufen hilft – Österreichs Laufopening, 17. Wiener Feuerwehrlauf, 18. Vienna 10K, 19. Vienna City Marathon, 20. LCC Frühlingsmarathon – Adolf Gruber Gedenklauf, 21. Frauen Fun Run, 22. Loverun Wien, 23. Praterblüten-Lauf, 24. Tierschutzlauf, 25. x cross run Wien – Business Challenge, 26. X-Cross-Run Wien, 27. Ich Helfe Laufend Spendenlauf, 28. Sri Chinmoy 6-Stundenlauf Wien, 29. Wiener Kinderlauf, 30. Vienna Uni-Run, 31. Kinderlauf by Österreichischer Frauenlauf, 32. Teach for Austria: U-RUN for Kids, 33. Firmenlauf und Teamlauf des LCC Wien, 34. Euro Pride Run Vienna, 35. 100km-Ultralauf Wien, 36. Wald-und-Wiesen-Lauf Wien, 37. Wiener Sommerlaufcup-1. Lauf, 38. Wiener Sommerlaufcup-3. Lauf, 39. Muddy Angel Run Wien, 40. LCC-Babenbergerlauf, 41. Wiener ROTE NASEN LAUF, 42. SeniorInnen Nordic Walking Day Wien, 43. Alfreds Lauf mit 200-m-Zielsprint,
44. Benefizlauf der Freunde des Laufsports Austria, 45. Finale Grande – Wien Läuft, 46. LCC-Herbstmarathon, 47. GhostRun, 48. Wiener Meisterschaften im Crosslauf, 49. Adventlauf des LCC Wien, 50. Vienna Christmas Run, 51. VCM Winterlaufserie, 52. Wings for Life World Run Wien uvm.

Quelle: https://www.hdsports.at/laufkalender

Die Läufe finden ganz oder teilweise im Grünen Prater statt, meistens auf der Hauptallee, manche innerhalb von Sportanlagen, manche quer durchs Gemüse.

Jede dieser Veranstaltungen geht mit umfassenden Auf- und Abbaumaßnahmen einher, d.h. es gibt jedes Mal regen Zu- und Ablieferverkehr. Inwieweit dabei Rücksicht auf Grünflächen genommen wird, ob Baumschutz überhaupt ein Thema ist, etc. ist nicht bekannt.

Unzählige Menschen besuchen diese Events, sei es als Teilnehmer*in, Besucher*in oder Organisator*in. All diese Menschen laufen über die Grünflächen, verlieren auch mal ein Plastiksackerl, verschwinden gelegentlich in den Büschen (obwohl’s natürlich immer Toiletten gibt), hinterlassen also deutliche, leider für den Park oft schädliche Spuren.

Meist werden die Veranstaltungen von Musik begleitet, laute Ansagen und Anfeuern gehört zu einem Lauf-Event natürlich dazu. Lärmempfindlich, wie es manche Tiere im Prater oder ruhesuchende Menschen sind, sollte man an solchen Veranstaltungstagen daher nicht sein.

Generell sind die Schäden, die ein einzelnes Event verursacht, nicht ganz so dramatisch. Und hat der Park genügend Zeit, sich zu erholen, ist nach einiger Zeit fast nichts mehr davon zu bemerken. Findet das Alles aber 52 x im Jahr statt, dann summiert sich der Schaden gewaltig!!! Außerdem gibt es bei einem Event pro Woche keine Erholungszeiten, die Schäden können sich also manifestieren.

Doch 52 x im Jahr ist nicht genug, denn das waren ja nur die Lauf-Events! Im Grünen Prater finden noch unzähligen anderen Veranstaltungen stattfinden (hatte keine Lust, die auch noch aufzulisten). Den Gesamtschaden alle dieser Events (und da kommen in Zukunft sicher noch einige neue dazu) möchte man sich garnicht vorstellen.

Wird dieser Event-Wahnsinn nicht endlich gestoppt, schaut’s ziemlich traurig aus für den Grünen Prater.

Autorin: Eva Müller

Pratergrenzen – Teil 2

Heute setzen wir die Kleinserie, die sich mit historischen, potentiellen, realen und zukünftigen Grenzen des Grünen Praters beschäftigt fort. Auf Grundlage der fiktven Karte aus > Teil 1 dieser Serie beginnen wir aus aktuellem Anlaß den Bereich um die beiden sich momentan in Renovierung befindlichen Tribünen der Trabrennbahn Krieau zu betrachten.

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Quelle Grundlagenmaterial : http://www.wien.gv.at/stadtplan/

 

 

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Die Projektentwickler der value one haben im Juni mit den Bauarbeiten begonnen. Anstatt hier die einmalige Chance wahrzunehmen und den Grünen Prater zu vergrößern wird weiter gebaut und den beiden Trübinen auf Praterseite zwei zusätzliche Baukörper hinzugefügt. Die Nutzungsvielfalt bewegt sich von Büronutzung bis hin zu ähnlichen Nutzungen:

Wie werden die Tribünen in Zukunft genutzt?
Die Tribüne1 wird weiterhin vom Wiener Trabrennverein als Zuschauertribüne genutzt. Die Tribünen 2 und 3 werden kernsaniert und dann inBürogebäude umgewandelt. Wir sind stolz, dass wir ein Drittel der Fläche (Tribüne 2) in unsere neue Firmenzentrale verwandeln und als Value One und Entwickler vom Viertel Zwei dort einziehenwerden. Die Tribüne3 wird für einen ähnlichen Zweck zur Vermietung angeboten. “

Quelle: https://www.value-one.com/pdf/livedabei-2-de.pdf

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Für die Baustelle wurden 42 Bäume gefällt, darunter große, alte Nadelbäume. Laut value one werden 81 Ersatzbaumpflanzungen getätigt. Wo diese stehen werden, was für Bäume das sind und wie lange eine Anwuchs- und Entwicklungspflege durchgeführt wird ist uns nicht bekannt!

Die zuständige Architekturbüro ist Architekten Tillner & Willinger. Es gibt bereits einige Renderings und Modelle im Netz und vor Ort zu sehen. Leider werden für die Nutzer*innen dann auch PKW-Abstellplätze hinter den Tribünen zur Verfügung gestellt! Das bedeutet, daß nicht nur an den Renntagen, sondern täglich Menschen bis ganz an den Prater heranfahren dürfen und es dann auch tun werden! Zusätzlich wird es Stellplätze in einer Tiefgarage geben, jedoch zeigt die Erfahrung, daß eher das oberirdiche Abstellen bevorzugt wird!

 

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Angrenzend an den asphaltierten Parkplatzbereich steht seit vielen Jahren ein Zaun. Jetzt wird diese Grenze in Zukunft sowohl baulich, als auch durch PKW-Verkehr weiter bedrängt! Trotz allem sehen wir in solchen Grenzen fast die einzige Möglichkeit den Grünen Prater zu schützen und die Verwertungsmaschinerie abzuhalten. Zusätzlich wäre aber eine Pufferzone, eine Bau- und Nutzungsfreie Zone, unbedingt notwendig. Sonst bleibt zu befürchten, daß sich Flora und Fauna trotzdem ein Stück weiter zurückziehen werden.

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Autor: Eric Kläring

Sport im Grünen II

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Der 2017 fertig gestellte Hockeyclub ist nicht der einzige Sportplatz im Grünen Prater, für den eine saftige Wiese einem Kunstrasenplatz weichen musste und für dessen Errichtung schöne große Bäume gefällt wurden.
Bereits im Jahr 2014 wurde nach einiger Verzögerung das Trendsportzentrum der Sportunion im Grünen Prater eröffnet. Auf diese Fläche im Grünen Prater hatte man sich als Ersatzsportfläche für das 2012 geschlossene Sportzentrum in Schönbrunn geeinigt.

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101 – nochmals zum auf der Zunge zergehen lassen – einhundertundein! – Bäume wurden gefällt. Darunter waren lt. einem Bericht vom „Der Standard“ vom 22. Mai 2014 einige, die als „relativ wertvoll“ erachtet wurden. Aber was soll‘s – grüne Wiese weg, wertvolle Bäume weg. Auch im Grünen Prater heißt es mit den Grünflächen – „zackzackzack“.

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Dafür kann man sich jetzt auf einem 8.000m² großen Kunstrasenplatz, einer 1.000m² großen Sandfläche sowie einer über 700m² großen Padel-Court Anlage ganz den Trendsportarten Rugby oder Lacrosse und einige andere mehr widmen.

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Hier der Artikel vom „Der Standard“ mit Fotos von der Errichtung:
https://www.derstandard.at/story/2000001477799/der-wiener-prater-ist-heimat-zahlreicher-sportvereine-ein-rugbyklub-der

Spannend ist jedenfalls der letzte Satz.  „Die Stadt Wien […] zerstört jedes Jahr weitere Flächen im Prater.“ Das war 2014. Fünf Jahre später sagen wir das noch immer.

Autorin: Sabine Edler

Vernunft statt Gigantomanie – von einem Kelch, der am grünen Prater vorbeizog.

Heute können wir von einer aktuellen Entwicklung betreffend das Praterstadion
berichten. Wie wir im Beitrag vom 14. Juni ausgeführt haben, bestanden Pläne das
Happel-Stadion durch einen Neubau zu ersetzen und im grünen Prater eine
gigantische Multifunktionsarena (inklusive Skisprungschanze!) zu errichten.
Zumindest nach den Aussagen des Wiener Sportstadtrats Peter Hacker im Kurier vom
27. August 2019, dürften diese Pläne nun vom Tisch sein. Ausschlaggebend dafür,
dass die Stadt Wien einem Neubau eines Fußball-Nationalstadions im Prater eine
Absage erteilte, dürften allem Anschein nach finanzielle Überlegungen gewesen sein.
Die für einen Neubau erforderlichen 300 bis 400 Millionen Euro wolle Stadtrat
Hacker lieber für den Breitensport und Kinder ausgeben.
https://kurier.at/sport/fussball/wiens-sportstadtrat-hacker-sagt-nein-zum-nationalstadion/400587752

Definitiv kein Nationalstadion in Wien


https://www.derstandard.at/story/2000107859499/oefb-sondiert-nach-wiens-nein-zu-nationalstadion-alternativen

Wie im Beitrag vom 14. Juni vermutet, dürfte es wohl die angespannte Lage der
öffentlichen Kassen gewesen sein, die den gigantomanischen Plänen im Prater
entgegengestanden ist. Was auch immer letzten Endes der Grund für die Absage war
mag dahingestellt bleiben. Für den grünen Prater ist es jedenfalls vorerst eine
erfreuliche Entwicklung, bleibt diesem dadurch ein weiteres invasives Vordringen der
„Veranstaltungs- und Belustigungsindustrie“ erspart.
Bleibt zu hoffen, dass es sich nicht nur um eine „Verschnaufpause“ für den grünen
Prater handelt, sondern die Absage eines Neubaus des Praterstadions dazu führen
mag, dem Vordringen von Immobilienspekulation und Veranstaltungsunwesen im
grünen Prater endlich Einhalt zu gebieten.

 

Autor M.W.

Die Wiesensaison ist beendet: Ostbahnkurti Konzert 23.August 2019

Seid Ihr schon bereit für Abschied? Auf der Kaiserwiese werden wir dieses Jahr nicht mehr verweilen. Allerhöchstens zum Enten-fotografieren, aber auch dafür wird es kaum einen Zeitrahmen geben.

Passend zum heutigen Ostbahnkurti-Konzert auf der Kaiserwiese soll der heutige Freitagsbeitrag ein paar Eindrücke der Aufbauarbeiten liefern. Wie Ihr wißt, haben wir – die Kaiserwiese für Alle ! -Initiative, nichts gegen Konzerte – auch nicht auf der Kaiserwiese – und nichts gegen einzelne Veranstaltungen auf dieser wundervollen, urbanen Wiesenlandschaft im Herzen der Stadt!

Es ist nur leider so, dass wir unsere Wiese heuer nicht mehr wiedersehen werden. Und dieser Verlust schmerzt jedes Jahr aufs Neue, jedesmal sehr stark.

Nach dem Ostbahnkurti-Konzert beginnen die Aufbauten für die Wiener Wies´n – jawoll! Es ist schon wieder soweit! und heuer dürften wir eine heftigere Wies´n denn je erwarten, wenn wir uns das Programm so anschauen. Das Wies´nfest dauert rund 3 Wochen (lasst Euch bitte nicht durch die Tageszählung der Wies´nveranstalter verwirren):
„18 Tage lang wird auch in diesem Jahr wieder so richtig abgefeiert, wenn die WIENER WIESN im Herbst auf der Kaiserwiese im Prater ihre Zelte aufschlägt.“

Dieses volkstümliche Fest mit viel „österreichischem Brauchtum“ wird vom 26.9.-13.10.2019 stattfinden und somit während der besten und schönsten Wiesen- (Achtung hier ist unsere Kaiserwiese gemeint!) Zeit jeden Jahres. Wenn die goldenen Blätter auf dunkles Grün fallen … der Wind fährt durch die Äste … Morgentau auf frischen Grashalmen .. Drachensteigen … ein letztes Sommerbier (OUPS DAS IST JA JETZT VERBOTEN! AUSSER BEI DER WIESN) in den letzten warmen Spätsommerstunden .. vorbei vorbei vorbei.

Tschüs Kaiserwiese! Wir werden Dich vermissen. Wir sehen uns im Juni 2020, dann sollten einige Rasensprossen vielleicht teilweise angewachsen sein :((((

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Autorin: Nicole Raker

Wie die Wurzeln der Stadtbäume leiden

Das Bild zeigt eine zwei Monate alte Kiefer und ihre Wurzeln. Das Bäumchen ist noch winzig klein, aber unter der Erde ist bereits ein riesiges Wurzelsystem ausgebildet: Von den Hauptästen gehen viele feine Wurzelverästelungen ins Erdreich. Diese ganz feinen Wurzeln sind besonders wichtig, denn durch deren dünne Haut werden die Nährstoffe aus dem Boden aufgenommen.

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Quelle: facebook

Beim ausgewachsenen Baum ist das Größenverhältnis zwischen Baum und Wurzel etwas anders: Generell sagt man, dass die Ausdehnung der Wurzel der Größe der Baumkrone entspricht.

Herausforderungen für Stadtbäume

Weiß man nun, wie groß die Wurzel eines Baumes ist, dann wird klar, wie schwer es Bäume und ihre Wurzeln in der Stadt haben.

Die Pflanzlöcher für Bäume sind fast immer zu klein. Wächst der Baum und seine Wurzel, ist meist zu wenig Platz für eine ausreichende Wurzelentfaltung und die Nährstoffversorgung leidet. Kein Wunder, dass viele neu gepflanzte Stadtbäume nicht lange überleben.

Die gesamte Wurzel aber besonders die feinen Wurzelenden sind sehr druckempfindlich. Lastet zu viel Gewicht auf der Wurzel, reißen die dünnen Wurzelfäden ab und die Nährstoffaufnahme wird unterbrochen. Aus diesem Grund werden bei Baustellen und bei Großveranstaltungen Schutzzäune um den Stamm eines Baumes errichtet – allerdings meist nur mit ca. 1 m Abstand vom Stamm. Die restliche Wurzel bleibt ungeschützt und Baufahrzeuge, Schwertransporte und Lastwägen fahren ungehindert darüber und zerstören das Wurzelwerk.

Derart beschädigte Bäume sterben nicht sofort, weshalb man oft „Ist eh nix passiert!“ hört. Aber ohne funktionierende Nährstoffzufuhr ist ein Überleben langfristig nicht möglich!

Kaiserwiese

Beim Aufbau von Großveranstaltungen auf der Kaiserwiese haben wir wiederholt beobachtet und dokumentiert, wie Schwertransporte knapp am Stamm über den Wurzelbereich der Bäume fahren und schwere Lasten im Wurzelbereich gelagert werden. Man kann daher davon ausgehen, dass die Wurzeln dieser Bäume bereits stark beschädigt sind. Ob sie noch lange leben werden, ist daher fraglich.

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Autorin: Eva Müller

KaiserwiesenBaumportraits

Der Sommer 2019 ist da, doch es bleiben nurmehr wenige Tage und dann wird die Kaiserwiese wieder für viele Wochen für Verwertungszwecke gesperrt werden. Die Bäume werden wieder leiden und nicht sichtbar beschädigt werden! Wir nutzen die Zeit und stellen einen weiteren Baum, der nicht direkt auf der Wiese steht, jedoch räumlich dazu gezählt werden kann.

Die Linde mit ihrem wunderschönen Habitus steht direkt vor dem Planetarium am Oswald-Thomas-Platz. Auf den unter ihr befindlichen Bänken kann man sich gut aufhalten und den Blick auf die Kaiserwiese und die vorbeigehenden Mesnschen schweifen lassen. Direkt unter der Linde befindet sich ein Gedenkstein zum 200jährigen Jubiläum des Praters. Vermutlich spielt bei der Positionierung des Steines die symbolische Wirkung der Linde im mitteleuropäischen Raum eine Rolle. Die sogenannte Dorflinde war und ist weit verbreitet.

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31.07.2019

Baum 1

Linde (Tilia.spec.)
Pflanzjahr unbekannt
Stammumfang 254cm
Kronendurchmesser 13-15m
Baumhöhe 16-20m

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31.07.2019

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31.07.2019

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31.07.2019

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31.07.2019

Weiterführende Informationen zum symbolischen Gehalt, ihrer Geschichte und der Nutzungsvielfalt der Linde sind leicht im Internet und jeder Bibliothek zu finden! Besonderes Augenmerk möchte ich auf die sogenannte Tanzlinde legen. Dieser hat der bayrische Dokumentarfilmer Dieter Wieland einen Teil seiner Dokumentation zur Dorflinde gewidmet.

Autor: Eric Kläring

Sport im Grünen

2017 wurde am WAC-Platz im Grünen Prater (gegenüber der Spenadlwiese) der neue Hockeyplatz des WAC-Hockeyclubs eröffnet. Bereits 2016 begannen die Umbauarbeiten, als Bäume gefällt und die saftig grüne Wiese dem neuen Kunstrasenplatz weichen musste.

Es ist nicht einfach, auch beim Bau von Sportstätten einen kritischen Blick auf die Bautätigkeiten zu werfen. Ist es doch besonders einladend im Grünen zu sporteln. Es soll auch nicht Sport und Umwelt gegeneinander ausgespielt werden. Im Falle dieses Kunstrasenplatzes kommt dazu, dass dieser auf dem Areal des WAC-eigenen und dem Bund gehörenden Grundstücks, welches ohnehin umzäunt und nicht öffentlich betretbar war, errichtet wurde. Die Legitimität des Umbaus ist unbestritten.

Dennoch: Zu schnell werden in Wien Bäume gefällt und muss eine artenreiche Wiese weichen. Das Argument von Ersatzpflanzungen, die ja bei Baumfällungen getätigt werden müssen, ist oft zu schnell bei der Hand. Vielleicht hätte man hier einfach innehalten können. Erst vor kurzem wurde ja das bereits vorhandene Hockeystadion im Grünen Prater erneuert und vergrößert.

Vielleicht hätte man aber auch ganz radikal sein und diesen Grünraum für die Öffentlichkeit zugänglich machen können…

Pläne des Kunstrasenplatzes:

https://www.wac-funders.club/plaene

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Autorin: Sabine Edler

Einfach zum Nachdenken – Grundsätzliche Überlegungen zum Grünen Prater

Die zahlreichen Vorzüge des Grünen Prater zu preisen hieße vermutlich Eulen nach Athen tragen. Wer schätzt es nicht, dieses – schon allein ob seiner Größe von etwa 450 Hektar – beeindruckende innerstädtische Grüngebiet im Herzen Wiens. Kilometerlang durch Wälder streifen, dem Treiben der einheimischen Tiere in und um eines der zahlreichen Gewässer lauschen oder zusehen, und (vor allem im Bereich des unteren Praters) mit einigem Glück sogar scheue Rehe beobachten. Mehr an Natur wird man selten in einer Großstadt antreffen. Kurzum, Wien, darf sich durchaus glücklich schätzen, mit einem solchen Naturjuwel gesegnet zu sein.

Doch die besonderen Vorzüge des Grünen Praters tragen leider auch zu dessen Gefährdung bei. Wenig überraschend lieben Immobilieninvestoren, Gewerbetreibende und Veranstalter diese einzigartigen Grünflächen. Mit Slogans wie „mitten im Grünen“ lässt sich trefflich für die eigenen Produkte und Dienstleistungen werben, und mit dem Verkaufsargument der unmittelbar nebenan befindlichen Naturoase lassen sich vorzügliche Gewinne einstreifen. Das Problem dabei ist jedoch, dass jedes Immobilienprojekt und jede Veranstaltung im oder am Rand des Grünen Praters unweigerlich den Grünraum belastet und diesen Schritt für Schritt zurückdrängt, wobei dieser beklagenswerte Verlust wertvoller Grünflächen noch vom dadurch ausgelösten zusätzlichen motorisierten Verkehr im und durch den Prater verschlimmert wird. Schließlich wollen Besucher und Lieferanten von Veranstaltungen sowie Nutzer der im Grünen errichteten Gebäude ganz bequem mit deren Kraftfahrzeugen zufahren.

Manch einer mag vielleicht einwenden, dass die von Veranstaltungen und Immobilienprojekten beanspruchten Flächen doch nur einen verschwindend kleinen Bruchteil des riesigen Grünen Praters ausmachen. Das mag vielleicht bei einer jeden Einzelfall nur isoliert betrachtenden Sichtweise vordergründig einer gewissen Logik folgen, erweist sich jedoch als reines Ablenkungsmanöver. Denn 1. reduziert schon jedes einzelne dieser Projekte im Grünen Prater die Grünflächen. 2. müssen die negativen Auswirkungen dieser Projekte auf den Grünen Prater natürlich in deren Gesamtheit betrachtet werden, denn für den Verlust von Grünflächen ist es völlig unerheblich, ob dies durch eine einzelne umfangreiche Maßnahme erfolgt, oder durch zahlreiche kleinere. Schließlich muss 3. natürlich auch die laufende Entwicklung, mit welcher Grünflächen im Prater verschwinden, berücksichtigt werden. Und diese zeigt leider ein voranschreitendes Schrumpfen der Grünflächen.

In diesem Zusammenhang stellen sich unter anderem folgende Fragen:

  • Müssen unbedingt Bürogebäude und Luxuswohnungen (Kaufpreis jenseits der EUR 10.000 pro Quadratmeter) auf vormals als Erholungsgebiet gewidmeten Flächen am Rande des Grünen Praters gebaut werden? Gibt es denn in ganz Wien keine anderen geeigneten Flächen dafür, ohne dass Grünraum zerstört wird?

  • Müssen unbedingt Massenveranstaltungen (etwa die „Wiener Wiesen“) auf den Grünflächen des Praters stattfinden und dort die Wiesen und Bäume extrem belasten, wenn nicht gar zerstören? Gibt es nicht genug andere, die Umwelt weniger schädigende, Veranstaltungsflächen in Wien?

  • Müssen unbedingt motorisierte Fahrzeuge auf der Hauptallee fahren? Jahrzehntelang konnte beispielsweise der Wurstlprater problemlos über die Ausstellungsstraße beliefert werden. Wäre es nicht besser, die Hauptallee den Fußgängern, Joggern, Radfahrern und sonstigen Erholungssuchenden zur ungefährdeten Nutzung ausschließlich zu überlassen und für jeglichen motorisierten Verkehr zu sperren?

  • Müssen Wirte unbedingt ihre Bänke, Stühle und Tische unmittelbar im Landschaftsschutzgebiet Hauptallee aufstellen?

Hier wäre die Politik gefordert, dafür zu sorgen, dass der Grüne Prater bestmöglich geschützt wird und auch zukünftigen Generationen als Naturjuwel erhalten bleibt. Und was tun die politisch Verantwortlichen um der Zurückdrängung des Grünen Praters beziehungsweise dessen Kommerzialisierung Einhalt zu gebieten? Derzeit anscheinend zu wenig.

Bei allen Überlegungen zum Grünen Prater sollte freilich ein Aspekt niemals vergessen werden:

Ist der Grüne Prater erst einmal verschwunden, kommt er nie wieder zurück!

Hoffen wir, dass es nicht soweit kommt!

Autor: M.W.

Das Heiligengeistfeld in Hamburg

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Hamburger Dom am Heiligengeistfeld, Quelle: Wikipedia

Unser heutiger Freitagsbeitrag ist ein kleiner Exkurs in eine andere Millionen-Metropole und an einen mit der Kaiserwiese vergleichbaren Ort: das Heiligengeistfeld in Hamburg St.Pauli. Seit seiner Vergangenheit als Glacisfläche und Exercierplatz im 17.Jahrhundert wurde das Heiligengeistfeld freigehalten und ab dem 19.Jahrhundert zunehmend als „Amüsierfläche“, also für Ausstellungen, Clubveranstaltungen und Märkte benutzt. Das Heiligengeistfeld dient seit dem 20.Jahrhundert 3x pro Jahr für jeweils 4 Wochen dem „Dom“, Hamburgs größtem Volksfest (Jahrmarkt). Außerhalb der Domzeiten finden dort wiederum Musicals und Clubtreffen statt oder der Ort wird als Parkplatz genutzt.
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Heiligengeistfeld um 1890, Quelle: Wikipedia

Wie die Kaiserwiese liegt das Heiligengeistfeld zentral in der Stadt und grenzt unmittelbar an öffentliche Parks und Freiräume.
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Einen sehr prägnanten Unterschied zur Kaiserwiese gibt es allerdings: Dieses historische Feld wurde seit Jahrhunderten für Großversammlungen freigehalten, es liegt nicht inmitten einer öffentlichen Grünfläche, es ist nicht der Hauptzugang in den größten Park der Stadt, es gab dort niemals Grünraum und es wurden keine Bäume gefällt. Dieser Ort wird seither von der Stadt Hamburg sogar von gewinnbringender Stadtverdichtung, also Bebauung, freigehalten, obwohl dies oft diskutiert wurde.
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Das Heiligengeistfeld 2010 nach dem Sommerdom, Quelle: Wikipedia

Jeder weiß, dass Hamburg über vergleichsweise großzügige öffentliche Grünflächen im Sinne der „Gartenstadt“ verfügt, war sie doch als „Gartenstadt“ angelegt worden. Es gäbe also Möglichkeiten, Grünflächen für die Großveranstaltungen zu opfern und dieses überaus wertvolle zentrale Feld zu bebauen – der Hamburger Senat hat dies bis jetzt immer wieder abgelehnt.
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Das Heiligengeistfeld aus Richtung Feldstraße, Juli 2019, Quelle: N.Raker

In Wien wird sogar mitten im größten Volkspark gebaut und gerodet, was das Zeug hält. Flächenumwidmungen in Bauland sind keine Seltenheit, obwohl ringsum gänzlich neue Stadtteile entstehen, oftmals mit der Absicht, „mitten im Stadtgrünen“, also nahe am Grünen Prater, zu wohnen.
Autorin: Nicole Raker
Bildquellen: privat & Wikipedia