Einfach zum Nachdenken – Grundsätzliche Überlegungen zum Grünen Prater

Die zahlreichen Vorzüge des Grünen Prater zu preisen hieße vermutlich Eulen nach Athen tragen. Wer schätzt es nicht, dieses – schon allein ob seiner Größe von etwa 450 Hektar – beeindruckende innerstädtische Grüngebiet im Herzen Wiens. Kilometerlang durch Wälder streifen, dem Treiben der einheimischen Tiere in und um eines der zahlreichen Gewässer lauschen oder zusehen, und (vor allem im Bereich des unteren Praters) mit einigem Glück sogar scheue Rehe beobachten. Mehr an Natur wird man selten in einer Großstadt antreffen. Kurzum, Wien, darf sich durchaus glücklich schätzen, mit einem solchen Naturjuwel gesegnet zu sein.

Doch die besonderen Vorzüge des Grünen Praters tragen leider auch zu dessen Gefährdung bei. Wenig überraschend lieben Immobilieninvestoren, Gewerbetreibende und Veranstalter diese einzigartigen Grünflächen. Mit Slogans wie „mitten im Grünen“ lässt sich trefflich für die eigenen Produkte und Dienstleistungen werben, und mit dem Verkaufsargument der unmittelbar nebenan befindlichen Naturoase lassen sich vorzügliche Gewinne einstreifen. Das Problem dabei ist jedoch, dass jedes Immobilienprojekt und jede Veranstaltung im oder am Rand des Grünen Praters unweigerlich den Grünraum belastet und diesen Schritt für Schritt zurückdrängt, wobei dieser beklagenswerte Verlust wertvoller Grünflächen noch vom dadurch ausgelösten zusätzlichen motorisierten Verkehr im und durch den Prater verschlimmert wird. Schließlich wollen Besucher und Lieferanten von Veranstaltungen sowie Nutzer der im Grünen errichteten Gebäude ganz bequem mit deren Kraftfahrzeugen zufahren.

Manch einer mag vielleicht einwenden, dass die von Veranstaltungen und Immobilienprojekten beanspruchten Flächen doch nur einen verschwindend kleinen Bruchteil des riesigen Grünen Praters ausmachen. Das mag vielleicht bei einer jeden Einzelfall nur isoliert betrachtenden Sichtweise vordergründig einer gewissen Logik folgen, erweist sich jedoch als reines Ablenkungsmanöver. Denn 1. reduziert schon jedes einzelne dieser Projekte im Grünen Prater die Grünflächen. 2. müssen die negativen Auswirkungen dieser Projekte auf den Grünen Prater natürlich in deren Gesamtheit betrachtet werden, denn für den Verlust von Grünflächen ist es völlig unerheblich, ob dies durch eine einzelne umfangreiche Maßnahme erfolgt, oder durch zahlreiche kleinere. Schließlich muss 3. natürlich auch die laufende Entwicklung, mit welcher Grünflächen im Prater verschwinden, berücksichtigt werden. Und diese zeigt leider ein voranschreitendes Schrumpfen der Grünflächen.

In diesem Zusammenhang stellen sich unter anderem folgende Fragen:

  • Müssen unbedingt Bürogebäude und Luxuswohnungen (Kaufpreis jenseits der EUR 10.000 pro Quadratmeter) auf vormals als Erholungsgebiet gewidmeten Flächen am Rande des Grünen Praters gebaut werden? Gibt es denn in ganz Wien keine anderen geeigneten Flächen dafür, ohne dass Grünraum zerstört wird?

  • Müssen unbedingt Massenveranstaltungen (etwa die „Wiener Wiesen“) auf den Grünflächen des Praters stattfinden und dort die Wiesen und Bäume extrem belasten, wenn nicht gar zerstören? Gibt es nicht genug andere, die Umwelt weniger schädigende, Veranstaltungsflächen in Wien?

  • Müssen unbedingt motorisierte Fahrzeuge auf der Hauptallee fahren? Jahrzehntelang konnte beispielsweise der Wurstlprater problemlos über die Ausstellungsstraße beliefert werden. Wäre es nicht besser, die Hauptallee den Fußgängern, Joggern, Radfahrern und sonstigen Erholungssuchenden zur ungefährdeten Nutzung ausschließlich zu überlassen und für jeglichen motorisierten Verkehr zu sperren?

  • Müssen Wirte unbedingt ihre Bänke, Stühle und Tische unmittelbar im Landschaftsschutzgebiet Hauptallee aufstellen?

Hier wäre die Politik gefordert, dafür zu sorgen, dass der Grüne Prater bestmöglich geschützt wird und auch zukünftigen Generationen als Naturjuwel erhalten bleibt. Und was tun die politisch Verantwortlichen um der Zurückdrängung des Grünen Praters beziehungsweise dessen Kommerzialisierung Einhalt zu gebieten? Derzeit anscheinend zu wenig.

Bei allen Überlegungen zum Grünen Prater sollte freilich ein Aspekt niemals vergessen werden:

Ist der Grüne Prater erst einmal verschwunden, kommt er nie wieder zurück!

Hoffen wir, dass es nicht soweit kommt!

Autor: M.W.

Das Heiligengeistfeld in Hamburg

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Hamburger Dom am Heiligengeistfeld, Quelle: Wikipedia

Unser heutiger Freitagsbeitrag ist ein kleiner Exkurs in eine andere Millionen-Metropole und an einen mit der Kaiserwiese vergleichbaren Ort: das Heiligengeistfeld in Hamburg St.Pauli. Seit seiner Vergangenheit als Glacisfläche und Exercierplatz im 17.Jahrhundert wurde das Heiligengeistfeld freigehalten und ab dem 19.Jahrhundert zunehmend als „Amüsierfläche“, also für Ausstellungen, Clubveranstaltungen und Märkte benutzt. Das Heiligengeistfeld dient seit dem 20.Jahrhundert 3x pro Jahr für jeweils 4 Wochen dem „Dom“, Hamburgs größtem Volksfest (Jahrmarkt). Außerhalb der Domzeiten finden dort wiederum Musicals und Clubtreffen statt oder der Ort wird als Parkplatz genutzt.
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Heiligengeistfeld um 1890, Quelle: Wikipedia

Wie die Kaiserwiese liegt das Heiligengeistfeld zentral in der Stadt und grenzt unmittelbar an öffentliche Parks und Freiräume.
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Einen sehr prägnanten Unterschied zur Kaiserwiese gibt es allerdings: Dieses historische Feld wurde seit Jahrhunderten für Großversammlungen freigehalten, es liegt nicht inmitten einer öffentlichen Grünfläche, es ist nicht der Hauptzugang in den größten Park der Stadt, es gab dort niemals Grünraum und es wurden keine Bäume gefällt. Dieser Ort wird seither von der Stadt Hamburg sogar von gewinnbringender Stadtverdichtung, also Bebauung, freigehalten, obwohl dies oft diskutiert wurde.
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Das Heiligengeistfeld 2010 nach dem Sommerdom, Quelle: Wikipedia

Jeder weiß, dass Hamburg über vergleichsweise großzügige öffentliche Grünflächen im Sinne der „Gartenstadt“ verfügt, war sie doch als „Gartenstadt“ angelegt worden. Es gäbe also Möglichkeiten, Grünflächen für die Großveranstaltungen zu opfern und dieses überaus wertvolle zentrale Feld zu bebauen – der Hamburger Senat hat dies bis jetzt immer wieder abgelehnt.
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Das Heiligengeistfeld aus Richtung Feldstraße, Juli 2019, Quelle: N.Raker

In Wien wird sogar mitten im größten Volkspark gebaut und gerodet, was das Zeug hält. Flächenumwidmungen in Bauland sind keine Seltenheit, obwohl ringsum gänzlich neue Stadtteile entstehen, oftmals mit der Absicht, „mitten im Stadtgrünen“, also nahe am Grünen Prater, zu wohnen.
Autorin: Nicole Raker
Bildquellen: privat & Wikipedia

Neue Hitzeinsel im Wurschtel-Prater

 

Im Wurschtel-Prater wurde der Calafatiplatz vor dem Blumenrad saniert und modernisiert. Leider nicht zeitgemäß: zugepflastert und ohne jegliche Schattenspender (Bild links). Einzig eine Sprühnebeldusche sorgt für kurzfristige Kühlung (nett aber auch nicht gerade Ressourcen-schonend).

Ein paar große Bäume wären als Schattenspender wesentlich sinnvoller gewesen und hätten den Platz auch optisch deutlich aufgewertet. Wie gut das funktioniert sieht man am Platz vor dem Schweizerhaus: Schön grün und schattig, sodass man sich dort auch im Sommer gerne aufhält (Bild rechts).

 

Autorin: Eva Müller

Pratergrenzen – Teil 1

Soll eine weitere Schrumpfung des Grünen Praters verhindert werden, so scheint dies nur mit der Einführung einer deutlichen und geschützten Grenzziehung dieses wichtigen innerstädtischen Grün- und Erholungsraumes durchzusetzen. Oder gibt es andere Werkzeuge, mit denen den Verwertungsmechanismen und dem Druck der Immobilien- und Versiegelungswirtschaft Einhalt geboten werden kann?

Im folgenden eröffnen wir eine neue Kleinserie in unseren wöchentlichen Betrachtungen von Kaiserwiese und Grünem Prater, die sich mit historischen, potentiellen, realen und zukünftigen Grenzen dieses Wiener Park- und Freiraumes beschäftigen wird. Auf der folgenden Karte ist eine fiktive Pratergrenze eingezeichnet, die auch bereits bebaute Gebiete mit einbezieht. Diese Karte ist als Ausgangspunkt unserer Analysen und Betrachtungen zu verstehen und wird im Laufe der nächsten Beiträge dieser Serie weiter bearbeitet und geschärft.

pratergrenzen

Quelle Grundlagenmaterial : http://www.wien.gv.at/stadtplan/

 

Betrachten wir Kartenmaterial von vor, während oder kurz nach der Donauregulierungsphase um 1875, so fällt auf, dass das, was einmal der Prater werden sollte bereits damals einige Grenzen aufweist, die noch heute in Teilen erhalten sind.

Folgende vier Karten sind aus  https://www.boku.ac.at/fileadmin/data/…  entnommen.

 

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Wasserbaumaßnahmen (in gelb) im Wiener Raum im 15. und 16. Jahrhundert (Hintergrundkarte: MA 41). /MUOe_02_Hohensinner_u_Hahmann.pdf

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Wasserbaumaßnahmen im Wiener Raum im 17. Jahrhundert (Hintergrundkarte: MA 41).

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Wasserbaumaßnahmen im Wiener Raum im 18. Jahrhundert (Hintergrundkarte: MA 41).

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Wasserbaumaßnahmen im Wiener Raum im 19. Jahrhundert (Hintergrundkarte: MA 41)

Der Donaukanal (1), der bereits ab 1598 als ein regulierter Arm der Donau bezeichnet werden kann, begrenzt die süd-westliche Seite des Praters bis in das Jahr 1978. In diesem Jahr wurde die Ostautobahn vom Knoten Prater bis zur Simmeringer Haide an das praterseitige Donaukanalufer gebaut. (2) Der restliche Uferbereich vom Knoten Prater bis zur Franzensbrücke, die heutige Schüttelstrasse (3) wurde auch bereits 1876 in Betrieb genommen.

Die Donau begrenzt die nord-östliche Seite des Praters, wobei jedoch bereits bei der großen Donauregulierung (4)1875 weitere Bautätigkeiten dazukamen. Der Handelskai (5) und der Hafen Freudenau (6) wurden ausgebaut. Auch hier wurde also eine starre und den Prater vom Donau-Wasser trennende Grenze geschaffen.

Die dritte Grenzlinie auf unserem Ausgangsplan ist die heutige Lassallestrasse. Wir haben das heutige Stuwerviertel mit eingeschlossen, da sich vor seiner Errichtung um 1900, also in klarer Abfolge zu Donauregulierung, hier noch der Bereich des Oberen Praters befand. Dort konnten Feuerwerksdarbietungen der Familie Stuwer besucht werden, die namensgebend für das Viertel waren.

Der Prater stand also immer in starkem Bezug zum Wasser der Donau, bzw des Donaukanales. Diese Beziehung ist heute nicht mehr sehr ausgeprägt. Die heute nurmehr stehenden Gewässer, aus Altarmen der Donau hervorgegangen, sind nur mit technischem und landschaftspflegerischem Aufwand zu erhalten, da auch der Grundwasserhaushalt durch Donauregulierungen verändert wurde. Folgende aus Altarmen der Donau hervorgegangene Gewässer finden wir im Prater: Oberes und Unteres Heustadelwasser, Rosenlacke, Krebsenwasser, Lusthauswasser, Mathnerwasser. Weiters gibt es noch den künstlich geschaffenen Konstantinteich am Fuße des Konstantinhügels.

(1) http://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Donaukanal

(2) https://de.wikipedia.org/wiki/Ost_Autobahn

(3) https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Sch%C3%BCttelstra%C3%9Fe

(4) https://www.stadt-wien.at/gesundheit/umwelt/die-grosse-donauregulierung.html

(5) https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Handelskai

(6) https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Wiener_Hafen

Groß, größer, am größten!

Im Mai 2017 eröffnete das BBQ-Restaurant „Die Allee“ auf der Prater Hauptallee. Dort, wo jahrelang das Brunswick- Bowling- und Freizeitcenter oder zuletzt Phoenix Bowling ein nach außen hin unaufgeregtes Dasein führte, änderte sich mit der Übernahme durch den jetzigen Besitzer auch die Unaufgeregtheit. Der neue Besitzer denkt groß. Was kümmert ihn die Tatsache, dass das Lokal in einem Naherholungsgebiet liegt. Der Name „Die Allee“ muss reichen. Der beschauliche Grünstreifen vor dem Gebäude auf Seite der Hauptallee musste gleich mal weichen. Man denkt ja groß und was nützt einem der sehr große Smoker in Form einer Lokomotive, wenn nicht die dazugehörigen Plätze für potentielle Gäste geschaffen werden. So verschwand also der Grünstreifen und ein in die Hauptallee reichender Gastgarten entstand. Der Baum, der da noch auf diesem ehemaligen Grünstreifen stand, wurde zwar nicht gefällt, aber recht eingepflastert. Dass die Bäume eher Staffage sind, zeigt ja auch die Rückseite des Lokals. Drei eingezäunte Bäume.Der Gastgarten ist echt groß, aber noch immer nicht groß genug – so finden sich immer wieder Sessel und Tische auf dem Weg vor dem Gastgarten. Man denkt einfach größer.Der Besitzer durfte ja auch schon am Donaukanal das gar so romantisch anmutende Lokal „Blumenwiese“ hinstellen. Ein sehr großer Holzbau – selbstverständlich ohne Blumenwiese. Aber wer hält sich schon mit solch Lappalien auf. Vielleicht sind ja geschäftstüchtig schon Duftsprays à la Baumallee oder Blumenwiese in Vorbereitung, damit man sich zumindest so noch ein bisserl an deren Duft erinnern kann.

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Autorin: Sabine Edler

Schifliegen im Prater?

Nachdem wir in den vergangenen Wochen unser Augenmerk öfters auch über den unmittelbaren Bereich der Kaiserwiese gerichtet haben, wollen wir heute auf eine beachtenswerte Diskussion zur Zukunft des mitten im grünen Prater liegenden Happel-Stadions (ehemals „Praterstadion“) hinweisen.

Es hat bisweilen den Anschein, als wüssten die politisch verantwortlichen Entscheidungsträger nicht so recht, was in Zukunft mit dem Praterstadion geschehen soll. Da hört man einmal, das Stadion sei zu klein und zu veraltet um geeignete Großveranstaltungen darin abhalten zu können. Dann wird der seit 2001 bestehende Denkmalschutz beklagt, der eine Modernisierung des Stadions verhindere. Mit gewisser Regelmäßigkeit tauchen auch immer wieder Um- respektive Neubaupläne auf, denen zumeist der Wunsch nach einem intensiver verwertbaren Veranstaltungsort innewohnt. Zuletzt war sogar – man mag es kaum glauben – die Rede von der Errichtung einer Skisprungschanze im Rahmen einer ganzjährig nutzbaren Multifunktionsarena. Und genau solche gigantomanisch anmutenden Pläne lassen für die Zukunft des grünen Praters nichts Gutes erahnen. In den vergangenen Jahren haben wir bereits im – verglichen mit dem Praterstadion relativ kleinen – Bereich der Kaiserwiese vor Augen geführt bekommen, welch nachteilige Auswirkungen Großveranstaltungen im grünen Prater nach sich ziehen. Die nachhaltige Zerstörung der Grünflächen, die Beschädigung von Bäumen, der gewaltigen Anstieg des motorisierten Verkehrs im Grünen Prater, sowie die Lärmbelästigung der Wohnbevölkerung sind nur einige der unerwünschten Folgeerscheinungen, welche der Missbrauch des grünen Praters zu Veranstaltungszwecken mit sich bringt. Und nun soll derartiges – wohlgemerkt um mehrere Dimensionen größer – auch beim Praterstadion geschehen? Als wenn der grüne Prater nicht ohnehin jetzt schon mehr als genügend Großveranstaltungen über sich ergehen lassen muss. Alleine die durch so ein „Megastadion“ (siehe den entsprechenden Artikel im Standard vom 4.11.2018) zu befürchtende Verkehrsexplosion im größten innerstädtischen Grüngebiet Wiens lässt einen erschaudern. Bleibt zu hoffen, dass die angespannte Finanzlage der öffentlichen Kassen der Umsetzung derartiger Pläne entgegensteht. Verlassen sollte man sich darauf aber keinesfalls.

Links zu ausgewählten Artikeln zum Thema:

Der Standard, 4. November 2018

https://derstandard.at/2000090628177/Skispringen-im-Prater-Plaene-fuer-Mega-Stadion-in-Wien

Der Standard, 8. November 2018

https://derstandard.at/2000090908234/Stadionplaene-Im-Prater-bluehen-wieder-die-Traeume?ref=rec

Österreich, 5. Februar 2019

https://www.österreich.at/politik/Strache-will-den-Stadion-Neubau-jetzt-erzwingen/366748739

Kurier, 10. Juni 2019

https://kurier.at/sport/fussball/wien-ist-anders-vor-allem-beim-nationalstadion/400518916

Kleine Zeitung, 12. Oktober 2018

https://www.kleinezeitung.at/sport/fussball/5511886/HappelStadion-mit-Fragezeichen_Bekommt-Oesterreich-ein-neues

Autor: M.W.

Wiesenportraits: die Golfwiesen

Heute wieder ein Kurzportrait einer öffentlichen Wiese im Grünen Prater:
die „Golfwiesen“ (no.5 am Schwarzplan).

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Die Golfwiesen bestehen aus mehreren Teilen und sind von dichtem Gehölz separiert.
Im Gehölz gibt es viele Rehe 🙂 Es sind freie, mehr oder weniger wilde Felder, die ein paarmal im Jahr gemäht werden, ansonsten einen extensiven Charakter haben.
So wie wir es mögen!

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Es gibt mehrere wunderschöne Solitär-Baumgruppen sowie kleine Wäldchen, die von der Wiese umspielt werden.

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Da die Golfwiesen ungefähr in der Mitte des Grünen Praters sind und rundherum keine direkte öffentlicheAnbindung besteht, sind sie wenig genutzt – und wenn, dann von sportlichen Menschen, die ganz gezielt mit ihrem Frisbee – Gepäck kommen, um die von der Stadt Wien platzierten Long-Distance-Frisbee-Fangkörbe zu bespielen. Dafür gibt es jeweils „Abschlagplätze, einzig durch eine Holzplanke am Boden markiert.

Wir lieben diesen Ort!

Durchschreitet man aus Richtung Stadt alle Wiesenstücke, gelangt man an das untere Heustadtwasser.

Autorin: Nicole Raker

Neuer Busbahnhof: Blechlawine durch den Grünen Prater zu erwarten!!!

Der neue Standort des zentralen Wiener Fernbusbahnhofs wird beim Stadion im 2. Bezirk sein. Dort soll dann der gesamte internationale Busverkehr von und nach Wien abwickeln (derzeit noch auf drei Standorte verteilt: Hauptbahnhof, Erdberg, Stadioncenter). Die Rede ist von bis zu 300 Bussen, die diese Station dann täglich ansteuern würden.

Für Fahrgäste, Zubringer und Abholer wird die Anfahrt mit den Öffis empfohlen oder mit dem Auto über den Handelskai. Aber diesen Weg werden AutofahrerInnen aus dem 3. Bezirk und angrenzenden Bezirken sicher nicht wählen, sondern vielmehr die direkte Strecke durch den Grünen Prater. Welches Verkehrsaufkommen da zu erwarten ist, möchte man sich garnicht erst ausmalen!!!

Diese Blechlawine mitten durch den Grünen Prater muss unbedingt verhindert werden!!!

Baldmögliche Sperrung der Durchfahrt Meiereistraße / Stadionallee!!

Meiereistrasse Autos

Autorin: Eva Müller

KaiserwiesenBaumportraists

Heute stellen wir die beiden Birken, die kleinsten Bäume der Kaiserwiese, vor. Sie stehen in direktem räumlichen Zusammenhang mit der Kunststeinplastik der „Sterguckerinnen“ und der großen Silberpappel mit der Nummer 42 ( https://kaiserwiese.wordpress.com/2019/03/15/kaiserwiesenbaumportraits-2/ ). Es ist zu befürchten, dass diese beiden nicht allzu lange auf der Kaiserwiese stehen werden. Sie wurzeln relativ flach und werden mit der zunehmenden Bodenverdichtung stark zu kämpfen haben. Ich weiss zwar nicht woran es liegt, aber die Birke im Wiener Stadtraum scheint immer mehr abzunehmen, ja abzusterben. Birkennachpflanzungen gibt es kaum noch, hier wird mit Allergien argumentiert.

Folgende Zitate finden sich auf wikipedia:

Die Hänge-Birke (Betula pendula) (Syn.: Betula alba, Betula verrucosa), auch Sandbirke, Weißbirke oder Warzenbirke genannt, ist eine sommergrüne Laubbaumart aus der Gattung der Birken (Betula). Ihr schlanker, eleganter Wuchs, ihre weiße Borke und ihr zartes Frühjahrsgrün machen sie zum Frühjahrssymbol.

Die Hänge-Birke bildet ein nicht sehr tiefgehendes, aber dichtes Herzwurzel­system.

Verbreitung und Ökologie
Die Hänge-Birke ist eine Lichtbaumart. In Mitteleuropa ist sie die wichtigste Pionierbaumart, die als erste Brach-, Trümmer- und Kahlflächen besiedelt. Sie ist gegenüber dem Boden anspruchslos, wächst aber wegen der Konkurrenz anderer Baumarten überwiegend auf sauren Böden; sie meidet dabei reine Kalkböden, kommt aber auf Gips vor. Sie wächst überwiegend auf trockenen Standorten, hat aber einen hohen Wasserverbrauch. Während Jungbirken immer viel Wasser benötigen, können alte Bäume an sehr trockene Standorte adaptieren. Wird allerdings ein bisher feucht stehender Baum plötzlich ausgetrocknet, stirbt er ab. Die Hängebirke ist wegen ihrer Anspruchslosigkeit auch auf Moorböden und auf anderen Extremstandorten zu finden, auf die sie wegen ihrer Konkurrenzschwäche verdrängt wird. Sie meidet Hitze und ist mäßig frosthart, ihr Photosyntheseoptimum liegt unter 20 °C und sie ist mit ihrem frühen Laubaustrieb an kurze Vegetationsperioden angepasst. Auf stark vernässten Böden wird sie durch die Moorbirke ersetzt, mit der sie auch Bastarde bildet (Betula × aurata Borkh.), diese sind allerdings steril.

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06.04.2019

Baum 36

Weißbirke (Betula pendula)
Pflanzjahr 2000
Stammumfang 64cm
Kronendurchmesser 4-6m
Baumhöhe 6-10m

Baum 38

Weißbirke (Betula pendula)
Pflanzjahr 2002
Stammumfang 59cm
Kronendurchmesser 0-3m
Baumhöhe 6-10m

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06.04.2019

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06.04.2019

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Autor: Eric Kläring

OFFENER BRIEF Alkoholverbot Praterstern & Hausordnung Kaiserwiese

Sehr geehrte Frau Mag.a Sima,
Sehr geehrte Frau Hebein,
Sehr geehrter Herr Hacker,

wir möchten mit diesem Schreiben einen dringenden Appell an Sie richten, das Alkoholverbot am Praterstern, dessen Evaluierung ja nach einem Jahr versprochen wurde, zu überdenken. Weiters ersuchen wir um eine sofortige Aussetzung der Hausordnung auf der Kaiserwiese durch die Prater Wien GmbH.

Seit Herbst 2014 setzen wir uns als BürgerInneninitiative „Kaiserwiese für Alle“ für eine konsumfreie und für alle Menschen frei zugängliche Kaiserwiese ein. Dabei geht es uns nicht um die kleineren Veranstaltungen, als vielmehr um die zunehmende Vereinnahmung der Kaiserwiese als Veranstaltungsort für mehrwöchige bzw. mehrmonatige Veranstaltungen. Dass dabei die mehrwöchige Großveranstaltung „Wiener Wiesn“ besonders unangenehm heraussticht, muss an dieser Stelle vermutlich nicht extra betont werden.

Im April 2018 wurde am Praterstern und in der Venediger Au ein Alkoholverbot verhängt. Die Kaiserwiese ist davon ausgenommen. Argumentiert wurde das Verbot mit der Zunahme der Beschwerden von AnrainerInnen. Schon Monate davor wurde durch die Boulevardmedien begonnen, den Praterstern zum Kriminalitäts-Hot-Spot hochzuschreiben. War der Praterstern doch Treffpunkt von MigrantInnen, Suchtkranken oder Obdachlosen. Ja, zugegeben, der Anblick war manchmal nicht einfach zu ertragen. Doch das ist Armut nie.

Durch das Alkoholverbot wurden diese Menschen vom öffentlichen Platz vertrieben, was offenbar genau dessen Zweck war. Quasi nach dem Motto, wenn man Armut nicht sieht, dann existiert sie auch nicht. Ganz so einfach ist die Welt aber nicht. So sind viele dieser Menschen einfach auf andere Plätze ausgewichen und manche von ihnen halt auch auf die Kaiserwiese.

Im Mai 2018 wurde plötzlich von der Prater Wien GmbH eine Hausordnung für den Wurstelprater und der Kaiserwiese erlassen. Diese Hausordnung untersagt u.a. auch das „Herumlungern“ auf der Kaiserwiese. Private Securitys wurden ermächtigt, unerwünschte Personen, die vielleicht nach deren Ansicht „herumlungern“, wegzuweisen. Doch zu durchschaubar ist diese Hausordnung. Man hat ganz einfach die zuvor auf dem Praterstern unerwünschten Personen nun auch auf der Kaiserwiese zu unerwünschten Personen erklärt. Abgesehen davon, ist uns nicht klar auf welch rechtliche Grundlagen sich dieser private Securitydienst eigentlich beruft?

Am 20. April 2019 wurden zwei Mitglieder unserer BürgerInneninitiative ZeugInnen solch einer Wegweisung und wir müssen Ihnen sagen – es ist rassistisch, diskriminierend und zutiefst beschämend für ein sich selbst als weltoffene Stadt sehendes Wien. Es geht schlicht um die Vertreibung nicht erwünschter ersonen aus öffentlichen Plätzen. Wäre das Alkoholverbot auch nur annähernd ernst gemeint, so hätte dieses stringenter Weise von vornherein auch für die Kaiserwiese ausgesprochen werden müssen. Das ist aber nicht möglich, sonst würde man sich selbst die kommerzielle Verwertung der Kaiserwiese verunmöglichen. Zieht man die „Wiener Wiesn“ als Beispiel heran, so heißt es wohl „wenn du zahlen kannst, dann darfst du dort saufen bis zum Umfallen“.

Wir würden uns wünschen, dass zumindest unter einer rot/grünen Stadtregierung nicht die Armen, sondern die Armut bekämpft wird und eine soziale Lösung für den Praterstern und eine gerechte Lösung für die Kaiserwiese gefunden wird.

Wie hat Andre Holm im Vorwort zur von der AK herausgegebenen Publikation „Wien wächst – Öffentlicher Raum“ geschrieben? „Doch ohne öffentlichen Räume wird es keine soziale Stadt geben.“

Mit der Bitte um Ihre Rückmeldung verbleiben wir

mit freundlichen Grüßen

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Kaiserwiese Für Alle!

Autorin: Sabine Edler