Neun Mal „Wiener Wiesn“ auf der Kaiserwiese

Zum nunmehr neunten Mal findet die Großveranstaltung „Wiener Wiesn“ auf der Kaiserwiese statt. Bevor im kommenden Jahr also das traurige zehnte Jubiläum begangen wird – ein Blick auf neun Mal Großveranstaltung auf der Kaiserwiese. Von den grünen Flächen in den Übersichtsplänen darf man sich natürlich nicht täuschen lassen. Die reale Verwüstung kann man gerne hier nachsehen:

https://www.flickr.com/photos/kaiserwiesefueralle

Die Wiese wird zerstört, Zelte und Almen werden ohne Rücksicht auf Bäume platziert und die Prater Hauptallee wird stark beeinträchtigt. Dem Wachstum der „Wiener Wiesn“ gegenüber steht eine massive Belastung für die AnrainerInnen und die kommerzielle Ausbeutung eines Naherholungsgebietes. Auch im Jahr 2019 werden wir nicht müde zu sagen – eine Veranstaltung in dieser Größenordnung hat in einem Naherholungsgebiet absolut nichts zu suchen!

23. September bis 2. Oktober 2011

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Drei Zelte: Gösser-Zelt, Wiesbauer- Zelt, Wojnas-Zelt

150.000 BesucherInnen im Jahr 2011 lt. Veranstalter.

27. September bis 7. Oktober 2012

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Drei Zelte: Gösser-Zelt, Wiesbauer- Zelt, Wojnas-Kaiserzelt

plus eine Alm: Wiesn-Alm und ein Wiesn-Dorf

165.000 BesucherInnen Im Jahr 2012 lt. Veranstalter.

19. September bis 13. Oktober 2013

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Drei Zelte: Gösser-Zelt, Wiesbauer- Zelt, Wojnas-Kaiserzelt

plus zwei Almen: ORF-Wiener Wiesn-Fest-Alm und erstmals Winzer-Stadl (Rosis Alm) und das Wiesn- Dorf

200.000 BesucherInnen im Jahr 2013 lt. Veranstalter.

25. September bis 12. Oktober 2014 

Drei Zelte: Gösser-Zelt, Wiesbauer- Zelt, Wojnas-Kaiserzelt

plus vier Almen: ORF-Wiener Wiesn-Fest-Alm, Winzer-Stadl (Großarltal Alm), Austria Trend Hotels- Heuboden-Alm, Penny- Oxxenkracherl-Alm und das Wiesn-Dorf

250.000 BesucherInnen im Jahr 2014 lt. Veranstalter.

(Leider kein Übersichtsplan für 2014 vorhanden, aber vermutlich wie der von 2015- da bereits vier Almen)

24. September bis 11. Oktober 2015 2015.jpg

 

 

 

 

 

 

 

 

Drei Zelte: Gösser-Zelt, Wiesbauer- Zelt, Wojnas-Kaiserzelt

plus vier Almen: ORF-Wiener Wiesn-Fest-Alm, Penny-Ich bin Österreich-Alm, Winzer-Stadl (Kärntner Almwirt), Heuboden-Alm (Kärntner Seewirt) plus Servus-in Stadt & Land-Festbühne und das Wiesn-Dorf

300.000 BesucherInnen im Jahr 2015 lt. Veranstalter.

22. September bis 9. Oktober 2016 2017.jpg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Drei Zelte: Gösser-Zelt, Wiesbauer- Zelt, Wojnas-Kaiserzelt plus fünf Almen: ORF-Wiener Wiesn-Fest-Alm, Penny-Ich bin Österreich-Alm, Merkur-Alm Zum lustigen Fränz, Genuss-Spechte-Alm, Champagner-Alm plus Billa Festbühne und das Wiesn-Dorf

350.000 BesucherInnen im Jahr 2016 lt. Veranstalter.

21. September bis 8. Oktober 2017

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Drei Zelte: Gösser-Zelt, Wiesbauer- Zelt, Wojnas-Kaiserzelt

plus fünf Almen: ORF-Wiener Wiesn-Fest-Alm, Schladming-Dachstein Heuboden Alm, Wienwein Winzer-Stadl, Penny-Ich bin Österreich-Alm, Veuve Clicquot Champagner-Alm plus Billa Festbühne und das Wiesn-Dorf

350.000 BesucherInnen im Jahr 2017 lt. Veranstalter.

27. September bis 14. Oktober 2018

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Drei Zelte: Gösser-Zelt, Wiesbauer- Zelt, Wojnas-Kaiserzelt

Plus fünf Almen: ORF-Wiener Wiesn-Fest-Alm, Schladming-Dachstein Heuboden Alm, Wienwein Winzer-Stadl, Penny-Ich bin Österreich-Alm, Veuve Clicquot Champagner Alm plus Billa Festbühne plus das Wiesn-Dorf

400.000 BesucherInnen im Jahr 2018 lt. Veranstalter.

26. September bis 13. Oktober 2019

2019.jpgDrei Zelte: Gösser-Zelt, Wiesbauer- Zelt, Wojnas-Kaiserzelt

plus fünf Almen: ORF- Wiener Wiesn-Fest-Alm, Schladming-Dachstein Heuboden Alm, Wienwein Winzer-Stadl, Penny-Ich bin Österreich-Alm, Veuve Clicquot Champagner Alm plus Billa Festbühne und das Wiesn-Dorf

BesucherInnen für das Jahr 2019 noch offen.

 

Autorin: Sabine Edler

Der Trachten – Sneaker

Es ist das Wochenende der mehr als 3-wöchigen Wiener-Wiesn-Veranstaltung auf der Kaiserwiese,  sodass ich Euch einige Gedanken zum äußeren Erscheinungsbild dieses Mega-Events nicht vorenthalten möchte.

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Angestachelt durch den just im Kurier erschienenden Artikel, der den „Wiesn für daheim“-Baukasten und die Einweg-Lederhose aus Plastik beschreibt, aber auch mit der Frühlingswiesn und naheliegenderweise mit der Dauer-Wiesn auf der Kaiserwiese droht, habe ich mich gefragt, wie so ein importiertes Volksfest mit zweifelhafter Tradition eigentlich in Wien so explodieren konnte. Wir stehen staunend daneben, wenn 14jährige Mädchen mit barbusigem Dekolleté (welches Mama und Papa ohne Traditionskontext vermutlich nicht erlaubt hätten), gerahmt von Synthetik-Spitzen, sowie erwachsene Männer, deren stramme Waden in Polyester-Stulpen in Strickoptik getunkt sind, uns ab 12.00 mittags am Gehsteig in der Venediger Au sowie am Lift der U2 entgegenkommen.

Wenn ich das Dirndl, die Tracht und die Herkunft ein wenig erforsche, stoße ich auf Begriffe wie „traditionell, historisch, regionaltypisch“ oder davon, dass sie die „Zugehörigkeit zu einem Stand,  einer Konfession oder einer Bevölkerungsgruppe“ unterstreicht, aber vor allem die Begriffe „bäuerlich“ und „ländlich“ tauchen immer wieder auf, und zwar international.  „Handwerkskunst“, ok das interessiert mich, da lese ich weiter, die Schürze mit ihren Stickereien unterstreiche die Macht der Trägerin, sie hat dort schwere wichtige Schlüssel am Schlüsselband versteckt. Jetzt habe ich einen Hoffnungsschimmer, dass das Dirndl versteckte Informationen über ganz frühen geheimen Feminismus symbolisiert.

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Stattdessen muss ich von der braunen Vergangenheit des derzeit „modernen“ Dirndls lesen. Während das ursprüngliche, wirklich alte Dirndl von der südtiroler Ethnologin Elsbeth Wallnöfer als „ein grobes, wenig schmeichelhaftes Gewand ohne modischen Schnitt, das ganz im Sinne der katholischen Kirche mehrheitlich dazu diente, Arme, Beine und Dekolletee zu verdecken“ beschrieben wird, taucht das Plastik-Dirndl Ende der 1930er-Jahre in deutschen Modezeitschriften als Schnittmuster auf – mit dem Hinweis, „dass es jüdischen Frauen untersagt sei, diese Art von Kleidern zu tragen.“ Schockierend: Erst im Hitler-Deutschland wurde das Dirndl armfrei, sexy, mit angehobener Schürze.
(mehr vom Nazi-Kontext im Zeit Artikel, sh unten)

Eine auffallend positive Gegendarstellung liefert „Reclaim the Dirndl“, eine Gruppe Österreicherinnen,  die sich gegen Diskriminierung & Extremismus engagieren:

„Meine Tracht ist der Widerstand“ und „Never let the fascists have the Dirndl“,und denke hey, das ist ja richtig spannend! ob das auch beim Wiesn-Fest vorkommt??? Und warum findet so ein Fest mitten im urbanen Zentrum einer Stadt ohne Brauereitradition statt?

Mit diesen offenen Fragen und noch mehr Bildern vom Discount-Dirndl möchte ich gemäß Elsbeth Wallnöfer meinen heutigen Freitagsbeitrag abschließen:
„Wenn die Discounter Billig-Dirndl verkaufen, schließt sich der Kreis.“

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Übrigens gibts morgen, Samstag, 28. September am Ilgplatz einen Infostand von kfa ! beim Stuwerviertel Straßenfest (https://www.facebook.com/events/ilgplatz-1020-wien-%C3%B6sterreich/stuwerviertel-stra%C3%9Fenfest/455471141702009/ http://treffen.stuwer.info/).
Dort treffen wir uns, die weltlichen StädterInnen, ganz ohne Tradition und ohne viel Geschichte. Anziehen darf sich jeder wie er will – auch ein Dirndl! – ich schwöre!

Quellen der zitierten Texte:
„Immerwährende Wiesn“, Guido Tartarotti

Kurier-.JPG
https://www.zeit.de/2019/28/dirndl-trachtenmode-tradition-erotik
https://www.das-buendnis.at/magazin/reclaim-the-dirndl
Radiosendung
https://cba.fro.at/385463

Quellen der Discount-Fotos:
Google Bildersuche

Autorin: Nicole Raker

2019 mehr als 52 Lauf-Events im Grünen Prater!!!

Mein Ziel für dieses Beitrags war, aufzuzeigen, wie viele – viel zu viele! – Veranstaltungen im Grünen Prater stattfinden. Ich dachte mir, schau doch erst mal, wie viele Lauf-Events 2019 im Grünen Prater stattfanden und stattfinden werden, und begann zu zählen.

Ich konnte es gar nicht glauben!!! Beim 52. Lauf, den ich entdeckte, hab‘ ich aufgehört zu zählen: Im Durchschnitt ein Lauf-Event pro Woche!!!! Hier die Liste, und wie gesagt, sie ist nicht vollständig.

1. Wien Energie Business Run, 2. Rapid Lauf, 3. Österreichischer Frauenlauf, 4. Sie- und Er-Lauf, 5. WLV-Crosslauf-Cup, 6. WLV Crosslauf-Cup-2. Lauf, 7. WLV Crosslauf-Cup-3. Lauf, 8. VCM Winterlaufserie-2. Lauf, 9. VCM Winterlaufserie-3. Lauf, 10. VCM Winterlaufserie-4. Lauf, 11. LCC-Eisbärlauf, 12. LCC-Eisbärlauf-2. Bewerb, 13. LCC-Eisbärlauf-3. Bewerb, 14. Stadion Center Lauf, 15. Kids Run – Österreichs Laufopening, 16. Laufen hilft – Österreichs Laufopening, 17. Wiener Feuerwehrlauf, 18. Vienna 10K, 19. Vienna City Marathon, 20. LCC Frühlingsmarathon – Adolf Gruber Gedenklauf, 21. Frauen Fun Run, 22. Loverun Wien, 23. Praterblüten-Lauf, 24. Tierschutzlauf, 25. x cross run Wien – Business Challenge, 26. X-Cross-Run Wien, 27. Ich Helfe Laufend Spendenlauf, 28. Sri Chinmoy 6-Stundenlauf Wien, 29. Wiener Kinderlauf, 30. Vienna Uni-Run, 31. Kinderlauf by Österreichischer Frauenlauf, 32. Teach for Austria: U-RUN for Kids, 33. Firmenlauf und Teamlauf des LCC Wien, 34. Euro Pride Run Vienna, 35. 100km-Ultralauf Wien, 36. Wald-und-Wiesen-Lauf Wien, 37. Wiener Sommerlaufcup-1. Lauf, 38. Wiener Sommerlaufcup-3. Lauf, 39. Muddy Angel Run Wien, 40. LCC-Babenbergerlauf, 41. Wiener ROTE NASEN LAUF, 42. SeniorInnen Nordic Walking Day Wien, 43. Alfreds Lauf mit 200-m-Zielsprint,
44. Benefizlauf der Freunde des Laufsports Austria, 45. Finale Grande – Wien Läuft, 46. LCC-Herbstmarathon, 47. GhostRun, 48. Wiener Meisterschaften im Crosslauf, 49. Adventlauf des LCC Wien, 50. Vienna Christmas Run, 51. VCM Winterlaufserie, 52. Wings for Life World Run Wien uvm.

Quelle: https://www.hdsports.at/laufkalender

Die Läufe finden ganz oder teilweise im Grünen Prater statt, meistens auf der Hauptallee, manche innerhalb von Sportanlagen, manche quer durchs Gemüse.

Jede dieser Veranstaltungen geht mit umfassenden Auf- und Abbaumaßnahmen einher, d.h. es gibt jedes Mal regen Zu- und Ablieferverkehr. Inwieweit dabei Rücksicht auf Grünflächen genommen wird, ob Baumschutz überhaupt ein Thema ist, etc. ist nicht bekannt.

Unzählige Menschen besuchen diese Events, sei es als Teilnehmer*in, Besucher*in oder Organisator*in. All diese Menschen laufen über die Grünflächen, verlieren auch mal ein Plastiksackerl, verschwinden gelegentlich in den Büschen (obwohl’s natürlich immer Toiletten gibt), hinterlassen also deutliche, leider für den Park oft schädliche Spuren.

Meist werden die Veranstaltungen von Musik begleitet, laute Ansagen und Anfeuern gehört zu einem Lauf-Event natürlich dazu. Lärmempfindlich, wie es manche Tiere im Prater oder ruhesuchende Menschen sind, sollte man an solchen Veranstaltungstagen daher nicht sein.

Generell sind die Schäden, die ein einzelnes Event verursacht, nicht ganz so dramatisch. Und hat der Park genügend Zeit, sich zu erholen, ist nach einiger Zeit fast nichts mehr davon zu bemerken. Findet das Alles aber 52 x im Jahr statt, dann summiert sich der Schaden gewaltig!!! Außerdem gibt es bei einem Event pro Woche keine Erholungszeiten, die Schäden können sich also manifestieren.

Doch 52 x im Jahr ist nicht genug, denn das waren ja nur die Lauf-Events! Im Grünen Prater finden noch unzähligen anderen Veranstaltungen stattfinden (hatte keine Lust, die auch noch aufzulisten). Den Gesamtschaden alle dieser Events (und da kommen in Zukunft sicher noch einige neue dazu) möchte man sich garnicht vorstellen.

Wird dieser Event-Wahnsinn nicht endlich gestoppt, schaut’s ziemlich traurig aus für den Grünen Prater.

Autorin: Eva Müller

Pratergrenzen – Teil 2

Heute setzen wir die Kleinserie, die sich mit historischen, potentiellen, realen und zukünftigen Grenzen des Grünen Praters beschäftigt fort. Auf Grundlage der fiktven Karte aus > Teil 1 dieser Serie beginnen wir aus aktuellem Anlaß den Bereich um die beiden sich momentan in Renovierung befindlichen Tribünen der Trabrennbahn Krieau zu betrachten.

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Quelle Grundlagenmaterial : http://www.wien.gv.at/stadtplan/

 

 

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Die Projektentwickler der value one haben im Juni mit den Bauarbeiten begonnen. Anstatt hier die einmalige Chance wahrzunehmen und den Grünen Prater zu vergrößern wird weiter gebaut und den beiden Trübinen auf Praterseite zwei zusätzliche Baukörper hinzugefügt. Die Nutzungsvielfalt bewegt sich von Büronutzung bis hin zu ähnlichen Nutzungen:

Wie werden die Tribünen in Zukunft genutzt?
Die Tribüne1 wird weiterhin vom Wiener Trabrennverein als Zuschauertribüne genutzt. Die Tribünen 2 und 3 werden kernsaniert und dann inBürogebäude umgewandelt. Wir sind stolz, dass wir ein Drittel der Fläche (Tribüne 2) in unsere neue Firmenzentrale verwandeln und als Value One und Entwickler vom Viertel Zwei dort einziehenwerden. Die Tribüne3 wird für einen ähnlichen Zweck zur Vermietung angeboten. “

Quelle: https://www.value-one.com/pdf/livedabei-2-de.pdf

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Für die Baustelle wurden 42 Bäume gefällt, darunter große, alte Nadelbäume. Laut value one werden 81 Ersatzbaumpflanzungen getätigt. Wo diese stehen werden, was für Bäume das sind und wie lange eine Anwuchs- und Entwicklungspflege durchgeführt wird ist uns nicht bekannt!

Die zuständige Architekturbüro ist Architekten Tillner & Willinger. Es gibt bereits einige Renderings und Modelle im Netz und vor Ort zu sehen. Leider werden für die Nutzer*innen dann auch PKW-Abstellplätze hinter den Tribünen zur Verfügung gestellt! Das bedeutet, daß nicht nur an den Renntagen, sondern täglich Menschen bis ganz an den Prater heranfahren dürfen und es dann auch tun werden! Zusätzlich wird es Stellplätze in einer Tiefgarage geben, jedoch zeigt die Erfahrung, daß eher das oberirdiche Abstellen bevorzugt wird!

 

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Angrenzend an den asphaltierten Parkplatzbereich steht seit vielen Jahren ein Zaun. Jetzt wird diese Grenze in Zukunft sowohl baulich, als auch durch PKW-Verkehr weiter bedrängt! Trotz allem sehen wir in solchen Grenzen fast die einzige Möglichkeit den Grünen Prater zu schützen und die Verwertungsmaschinerie abzuhalten. Zusätzlich wäre aber eine Pufferzone, eine Bau- und Nutzungsfreie Zone, unbedingt notwendig. Sonst bleibt zu befürchten, daß sich Flora und Fauna trotzdem ein Stück weiter zurückziehen werden.

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Autor: Eric Kläring

Sport im Grünen II

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Der 2017 fertig gestellte Hockeyclub ist nicht der einzige Sportplatz im Grünen Prater, für den eine saftige Wiese einem Kunstrasenplatz weichen musste und für dessen Errichtung schöne große Bäume gefällt wurden.
Bereits im Jahr 2014 wurde nach einiger Verzögerung das Trendsportzentrum der Sportunion im Grünen Prater eröffnet. Auf diese Fläche im Grünen Prater hatte man sich als Ersatzsportfläche für das 2012 geschlossene Sportzentrum in Schönbrunn geeinigt.

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101 – nochmals zum auf der Zunge zergehen lassen – einhundertundein! – Bäume wurden gefällt. Darunter waren lt. einem Bericht vom „Der Standard“ vom 22. Mai 2014 einige, die als „relativ wertvoll“ erachtet wurden. Aber was soll‘s – grüne Wiese weg, wertvolle Bäume weg. Auch im Grünen Prater heißt es mit den Grünflächen – „zackzackzack“.

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Dafür kann man sich jetzt auf einem 8.000m² großen Kunstrasenplatz, einer 1.000m² großen Sandfläche sowie einer über 700m² großen Padel-Court Anlage ganz den Trendsportarten Rugby oder Lacrosse und einige andere mehr widmen.

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Hier der Artikel vom „Der Standard“ mit Fotos von der Errichtung:
https://www.derstandard.at/story/2000001477799/der-wiener-prater-ist-heimat-zahlreicher-sportvereine-ein-rugbyklub-der

Spannend ist jedenfalls der letzte Satz.  „Die Stadt Wien […] zerstört jedes Jahr weitere Flächen im Prater.“ Das war 2014. Fünf Jahre später sagen wir das noch immer.

Autorin: Sabine Edler

Vernunft statt Gigantomanie – von einem Kelch, der am grünen Prater vorbeizog.

Heute können wir von einer aktuellen Entwicklung betreffend das Praterstadion
berichten. Wie wir im Beitrag vom 14. Juni ausgeführt haben, bestanden Pläne das
Happel-Stadion durch einen Neubau zu ersetzen und im grünen Prater eine
gigantische Multifunktionsarena (inklusive Skisprungschanze!) zu errichten.
Zumindest nach den Aussagen des Wiener Sportstadtrats Peter Hacker im Kurier vom
27. August 2019, dürften diese Pläne nun vom Tisch sein. Ausschlaggebend dafür,
dass die Stadt Wien einem Neubau eines Fußball-Nationalstadions im Prater eine
Absage erteilte, dürften allem Anschein nach finanzielle Überlegungen gewesen sein.
Die für einen Neubau erforderlichen 300 bis 400 Millionen Euro wolle Stadtrat
Hacker lieber für den Breitensport und Kinder ausgeben.
https://kurier.at/sport/fussball/wiens-sportstadtrat-hacker-sagt-nein-zum-nationalstadion/400587752

Definitiv kein Nationalstadion in Wien


https://www.derstandard.at/story/2000107859499/oefb-sondiert-nach-wiens-nein-zu-nationalstadion-alternativen

Wie im Beitrag vom 14. Juni vermutet, dürfte es wohl die angespannte Lage der
öffentlichen Kassen gewesen sein, die den gigantomanischen Plänen im Prater
entgegengestanden ist. Was auch immer letzten Endes der Grund für die Absage war
mag dahingestellt bleiben. Für den grünen Prater ist es jedenfalls vorerst eine
erfreuliche Entwicklung, bleibt diesem dadurch ein weiteres invasives Vordringen der
„Veranstaltungs- und Belustigungsindustrie“ erspart.
Bleibt zu hoffen, dass es sich nicht nur um eine „Verschnaufpause“ für den grünen
Prater handelt, sondern die Absage eines Neubaus des Praterstadions dazu führen
mag, dem Vordringen von Immobilienspekulation und Veranstaltungsunwesen im
grünen Prater endlich Einhalt zu gebieten.

 

Autor M.W.

Die Wiesensaison ist beendet: Ostbahnkurti Konzert 23.August 2019

Seid Ihr schon bereit für Abschied? Auf der Kaiserwiese werden wir dieses Jahr nicht mehr verweilen. Allerhöchstens zum Enten-fotografieren, aber auch dafür wird es kaum einen Zeitrahmen geben.

Passend zum heutigen Ostbahnkurti-Konzert auf der Kaiserwiese soll der heutige Freitagsbeitrag ein paar Eindrücke der Aufbauarbeiten liefern. Wie Ihr wißt, haben wir – die Kaiserwiese für Alle ! -Initiative, nichts gegen Konzerte – auch nicht auf der Kaiserwiese – und nichts gegen einzelne Veranstaltungen auf dieser wundervollen, urbanen Wiesenlandschaft im Herzen der Stadt!

Es ist nur leider so, dass wir unsere Wiese heuer nicht mehr wiedersehen werden. Und dieser Verlust schmerzt jedes Jahr aufs Neue, jedesmal sehr stark.

Nach dem Ostbahnkurti-Konzert beginnen die Aufbauten für die Wiener Wies´n – jawoll! Es ist schon wieder soweit! und heuer dürften wir eine heftigere Wies´n denn je erwarten, wenn wir uns das Programm so anschauen. Das Wies´nfest dauert rund 3 Wochen (lasst Euch bitte nicht durch die Tageszählung der Wies´nveranstalter verwirren):
„18 Tage lang wird auch in diesem Jahr wieder so richtig abgefeiert, wenn die WIENER WIESN im Herbst auf der Kaiserwiese im Prater ihre Zelte aufschlägt.“

Dieses volkstümliche Fest mit viel „österreichischem Brauchtum“ wird vom 26.9.-13.10.2019 stattfinden und somit während der besten und schönsten Wiesen- (Achtung hier ist unsere Kaiserwiese gemeint!) Zeit jeden Jahres. Wenn die goldenen Blätter auf dunkles Grün fallen … der Wind fährt durch die Äste … Morgentau auf frischen Grashalmen .. Drachensteigen … ein letztes Sommerbier (OUPS DAS IST JA JETZT VERBOTEN! AUSSER BEI DER WIESN) in den letzten warmen Spätsommerstunden .. vorbei vorbei vorbei.

Tschüs Kaiserwiese! Wir werden Dich vermissen. Wir sehen uns im Juni 2020, dann sollten einige Rasensprossen vielleicht teilweise angewachsen sein :((((

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Autorin: Nicole Raker

Wie die Wurzeln der Stadtbäume leiden

Das Bild zeigt eine zwei Monate alte Kiefer und ihre Wurzeln. Das Bäumchen ist noch winzig klein, aber unter der Erde ist bereits ein riesiges Wurzelsystem ausgebildet: Von den Hauptästen gehen viele feine Wurzelverästelungen ins Erdreich. Diese ganz feinen Wurzeln sind besonders wichtig, denn durch deren dünne Haut werden die Nährstoffe aus dem Boden aufgenommen.

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Quelle: facebook

Beim ausgewachsenen Baum ist das Größenverhältnis zwischen Baum und Wurzel etwas anders: Generell sagt man, dass die Ausdehnung der Wurzel der Größe der Baumkrone entspricht.

Herausforderungen für Stadtbäume

Weiß man nun, wie groß die Wurzel eines Baumes ist, dann wird klar, wie schwer es Bäume und ihre Wurzeln in der Stadt haben.

Die Pflanzlöcher für Bäume sind fast immer zu klein. Wächst der Baum und seine Wurzel, ist meist zu wenig Platz für eine ausreichende Wurzelentfaltung und die Nährstoffversorgung leidet. Kein Wunder, dass viele neu gepflanzte Stadtbäume nicht lange überleben.

Die gesamte Wurzel aber besonders die feinen Wurzelenden sind sehr druckempfindlich. Lastet zu viel Gewicht auf der Wurzel, reißen die dünnen Wurzelfäden ab und die Nährstoffaufnahme wird unterbrochen. Aus diesem Grund werden bei Baustellen und bei Großveranstaltungen Schutzzäune um den Stamm eines Baumes errichtet – allerdings meist nur mit ca. 1 m Abstand vom Stamm. Die restliche Wurzel bleibt ungeschützt und Baufahrzeuge, Schwertransporte und Lastwägen fahren ungehindert darüber und zerstören das Wurzelwerk.

Derart beschädigte Bäume sterben nicht sofort, weshalb man oft „Ist eh nix passiert!“ hört. Aber ohne funktionierende Nährstoffzufuhr ist ein Überleben langfristig nicht möglich!

Kaiserwiese

Beim Aufbau von Großveranstaltungen auf der Kaiserwiese haben wir wiederholt beobachtet und dokumentiert, wie Schwertransporte knapp am Stamm über den Wurzelbereich der Bäume fahren und schwere Lasten im Wurzelbereich gelagert werden. Man kann daher davon ausgehen, dass die Wurzeln dieser Bäume bereits stark beschädigt sind. Ob sie noch lange leben werden, ist daher fraglich.

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Autorin: Eva Müller

KaiserwiesenBaumportraits

Der Sommer 2019 ist da, doch es bleiben nurmehr wenige Tage und dann wird die Kaiserwiese wieder für viele Wochen für Verwertungszwecke gesperrt werden. Die Bäume werden wieder leiden und nicht sichtbar beschädigt werden! Wir nutzen die Zeit und stellen einen weiteren Baum, der nicht direkt auf der Wiese steht, jedoch räumlich dazu gezählt werden kann.

Die Linde mit ihrem wunderschönen Habitus steht direkt vor dem Planetarium am Oswald-Thomas-Platz. Auf den unter ihr befindlichen Bänken kann man sich gut aufhalten und den Blick auf die Kaiserwiese und die vorbeigehenden Mesnschen schweifen lassen. Direkt unter der Linde befindet sich ein Gedenkstein zum 200jährigen Jubiläum des Praters. Vermutlich spielt bei der Positionierung des Steines die symbolische Wirkung der Linde im mitteleuropäischen Raum eine Rolle. Die sogenannte Dorflinde war und ist weit verbreitet.

Baum 1_1

31.07.2019

Baum 1

Linde (Tilia.spec.)
Pflanzjahr unbekannt
Stammumfang 254cm
Kronendurchmesser 13-15m
Baumhöhe 16-20m

 

Baum 1_2

Baum 1_3

31.07.2019

baumkataster_Baum 1

 

Baum 1_4

31.07.2019

Baum 1_5

31.07.2019

Baum 1_6

31.07.2019

Weiterführende Informationen zum symbolischen Gehalt, ihrer Geschichte und der Nutzungsvielfalt der Linde sind leicht im Internet und jeder Bibliothek zu finden! Besonderes Augenmerk möchte ich auf die sogenannte Tanzlinde legen. Dieser hat der bayrische Dokumentarfilmer Dieter Wieland einen Teil seiner Dokumentation zur Dorflinde gewidmet.

 

Autor: Eric Kläring

Sport im Grünen

2017 wurde am WAC-Platz im Grünen Prater (gegenüber der Spenadlwiese) der neue Hockeyplatz des WAC-Hockeyclubs eröffnet. Bereits 2016 begannen die Umbauarbeiten, als Bäume gefällt und die saftig grüne Wiese dem neuen Kunstrasenplatz weichen musste.

Es ist nicht einfach, auch beim Bau von Sportstätten einen kritischen Blick auf die Bautätigkeiten zu werfen. Ist es doch besonders einladend im Grünen zu sporteln. Es soll auch nicht Sport und Umwelt gegeneinander ausgespielt werden. Im Falle dieses Kunstrasenplatzes kommt dazu, dass dieser auf dem Areal des WAC-eigenen und dem Bund gehörenden Grundstücks, welches ohnehin umzäunt und nicht öffentlich betretbar war, errichtet wurde. Die Legitimität des Umbaus ist unbestritten.

Dennoch: Zu schnell werden in Wien Bäume gefällt und muss eine artenreiche Wiese weichen. Das Argument von Ersatzpflanzungen, die ja bei Baumfällungen getätigt werden müssen, ist oft zu schnell bei der Hand. Vielleicht hätte man hier einfach innehalten können. Erst vor kurzem wurde ja das bereits vorhandene Hockeystadion im Grünen Prater erneuert und vergrößert.

Vielleicht hätte man aber auch ganz radikal sein und diesen Grünraum für die Öffentlichkeit zugänglich machen können…

Pläne des Kunstrasenplatzes:

https://www.wac-funders.club/plaene

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Autorin: Sabine Edler