Falschdarstellung der Eigentumsverhältnisse an der Kaiserwiese in der BZ

Zu den Besitzverhältnissen an der Kaiserwiese haben wir am 25. Jänner 2019 einen Beitrag verfasst. Hier eine kurze Zusammenfassung:

Das unter der Bezeichnung „Kaiserwiese“ bekannte Grundstück (die Wiese zwischen Praterstern und dem Riesenrad) steht seit 1958 unverändert (d.h. ohne zwischenzeitige Veränderung der Eigentumsverhältnisse) im Eigentum der Stadt Wien (siehe Katastralgemeinde 01657 Leopoldstadt, Einlagezahl (EZ) 5899).

Laut aktuellem Flächenwidmungsplan (Plandokument Nr. 7776) ist die Kaiserwiese als Erholungsgebiet Parkanlage (Epk) gewidmet.

Die Kaiserwiese als „Privatgrund“ zu bezeichnen erfordert einen ziemlich „verwegenen Interpretationsansatz“. Bei einer solchen Auslegung müsste dann auch der gesamte Grüne Prater als „Privatgrund“ angesehen werden, gehört er doch – den grundbücherlichen Eigentumsverhältnissen zufolge – teilweise der Stadt Wien und teilweise der im Eigentum der Republik Österreich stehenden BIG.

Autor M.W.

Kaiserwiesn 2021

Aus der Presse haben wir erfahren, dass in Kürze – nämlich im September diesen Jahres – ein neues, ein anderes (und doch so altbekanntes) Fest auf der Kaiserwiese geplant ist, obwohl das „Wiener Wiesn Fest“ für 2021 aufgrund der Pandemie längst für abgesagt erklärt wurde.
Folgenden Brief haben wir daraufhin an die Bezirksvorstehung Leopoldstadt formuliert:

„Sehr geehrter Herr Stadtrat KommR Hanke,
sehr geehrter Herr Bezirksvorsteher Nikolai,

wir haben erfahren, dass trotz Absage der Wiener Wiesn 2021 wieder eine mehrwöchige Veranstaltung
auf der Kaiserwiese – die Kaiserwiesn – geplant ist. Über denselben Zeitraum, an dem auch die
Wiener Wiesn geplant gewesen wäre: 23.09 – 10.10.2021.

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210715_OTS0010/premiere-fuer-die-kaiserwiesn
https://kaiserwiesn.at/
https://branchenblatt.at/agenturen/eventagenturen/5138-die-kaiserwiesn-wird-wieder-bef%C3%BCllt.html

Für uns als BI „Kaiserwiese für Alle“ stellen sich nun mehrere Fragen und wir erlauben uns,
diese Fragen an Sie, Herr KommR Hanke, als explizit in der Presseaussendung genannten Vertreter der Stadt
und an Sie, Herr Nikolai, als zuständigen Bezirksvorsteher, zu richten:

  • In der Presseaussendung zur „Kaiserwiesn“ heißt es, dass für heuer eine „kleine“ Ausgabe der Veranstaltung
    geplant ist, um dann „im nächsten Jahr durchzustarten“. Was bedeutet dies für die öffentliche Kaiserwiese
    im Naherholungsgebiet Grüner Prater?
  • Wird es künftig eine Wiener Wiesn und eine Kaiserwiesn geben?
  • Wie schaut das Verkehrskonzept aus? Wird es wieder Schwerverkehr auf der Hauptallee geben?
  • Wie schaut das Lärmschutzkonzept aus? Wird es wieder Musikveranstaltungen bis in die späten Abendstunden geben?
  • Wie und wann gab es eine Bürgerbeteiligung in der Planung? In der Presseaussendung vom 15. Juli 2021
    wurde das erwähnt: „Bereits im Vorfeld geht es um ein harmonisches Miteinander.
    So werden Anrainer … intensiv in die Planungen mit einbezogen.“ Wir hören jetzt zum ersten Mal von dieser
    wahrscheinlich bereits fertig geplanten Veranstaltung. 
  • inwiefern wird sich das geplante Fest einschließlich Auf- und Abbauarbeiten mit der 30-Tage-Regelung
    zur Kaiserwiesen-Nutzung vertragen?
  • Wie kann eine mehrwöchige Veranstaltung trotz rasant steigender Coronavirus-Neuinfektionen für Herbst geplant werden?
  • wird es wieder ein verbindliches Baumschutzkonzept geben, wie zuletzt für die „Wiener Wiesn“?

Gerade in der Pandemie hat sich gezeigt, wie enorm wichtig konsumfreie Plätze bzw. Grünflächen, Parks, etc.
für die Stadtbewohner*innen sind. Die Kaiserwiese wurde schon immer in den veranstaltungsfreien Zeiten und
seit der Pandemie ständig, intensiv von vielen Menschen genutzt. Sei es, um Freiluftsport auszuüben oder einfach
nur um die Seele baumeln zu lassen. Sie erfreut sich großer Beliebtheit als eine frei zugängliche öffentliche
Wiese – auch als Eingang in den Grünen Prater (der zudem eh schon das vergrößerte Feuerdorf und die Großgastronomie
Allee und Eisgreissler verkraften muss).

Wir ersuchen Sie deshalb um ehestbaldige Information, welche Pläne es hier seitens der Stadt Wien und der
Bezirksvorstehung gibt, diese für die Stadtbewohner*innen so beliebte und in Zeiten einer Pandemie noch wichtiger
gewordene freie Wiese erneut zu einem Ort von Großveranstaltungen zu machen und unsere Fragen dahingehend zu beantworten.

Wir bedanken uns im Voraus und verbleiben
mit freundlichen Grüßen
BI Kaiserwiese für Alle


…………………………………………………

Kaiserwiese Für Alle!
Prater
1020 Wien


KaiserwiesenBaumportraits

Sommer 2021, die Kaiserwiese hat bereits ein Jahr ohne Wiener Wiesn auskommen dürfen, ein weiteres wird folgen.
Es wird jedoch leider jedes Jahr mindestens ein Baum gefällt, der Trockenheit, Krankheit oder zu intensiver Nutzung zum Opfer fällt.
Vor kurzem hat es den Baum Nummer 20 erwischt!
Es war ein Ahorn, der wohl wie seine beiden Nachbarbäme in der Nachkriegszeit ca. 1948/49 gepflanzt wurde. Der Baumkataster gibt leider keine Informationen dazu mehr her. Er sah bereits vor einem Jahr sehr schlecht aus, wie die folgenden Bilder aus dem April 2020 deutlich zeigen und wird laut Baumkataster der Stadt Wien nun durch einen Jungbaum ersetzt.
Wir hoffen sehr, dass der Jungbaum eine intensive, mehrjährige Anwuchspflege geniessen wird, da ihm sonst der baldige Tod droht. Besonders bei zukünftigen Veranstaltungen wird hier besonders darauf zu achten sein genügend Abstand zu den sensiblen, jungen Wurzeln zu halten!


Neun Mal „Wiener Wiesn“ auf der Kaiserwiese

Zum nunmehr neunten Mal findet die Großveranstaltung „Wiener Wiesn“ auf der Kaiserwiese statt. Bevor im kommenden Jahr also das traurige zehnte Jubiläum begangen wird – ein Blick auf neun Mal Großveranstaltung auf der Kaiserwiese. Von den grünen Flächen in den Übersichtsplänen darf man sich natürlich nicht täuschen lassen. Die reale Verwüstung kann man gerne hier nachsehen:

https://www.flickr.com/photos/kaiserwiesefueralle

Die Wiese wird zerstört, Zelte und Almen werden ohne Rücksicht auf Bäume platziert und die Prater Hauptallee wird stark beeinträchtigt. Dem Wachstum der „Wiener Wiesn“ gegenüber steht eine massive Belastung für die AnrainerInnen und die kommerzielle Ausbeutung eines Naherholungsgebietes. Auch im Jahr 2019 werden wir nicht müde zu sagen – eine Veranstaltung in dieser Größenordnung hat in einem Naherholungsgebiet absolut nichts zu suchen!

23. September bis 2. Oktober 2011

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Drei Zelte: Gösser-Zelt, Wiesbauer- Zelt, Wojnas-Zelt

150.000 BesucherInnen im Jahr 2011 lt. Veranstalter.

27. September bis 7. Oktober 2012

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Drei Zelte: Gösser-Zelt, Wiesbauer- Zelt, Wojnas-Kaiserzelt

plus eine Alm: Wiesn-Alm und ein Wiesn-Dorf

165.000 BesucherInnen Im Jahr 2012 lt. Veranstalter.

19. September bis 13. Oktober 2013

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Drei Zelte: Gösser-Zelt, Wiesbauer- Zelt, Wojnas-Kaiserzelt

plus zwei Almen: ORF-Wiener Wiesn-Fest-Alm und erstmals Winzer-Stadl (Rosis Alm) und das Wiesn- Dorf

200.000 BesucherInnen im Jahr 2013 lt. Veranstalter.

25. September bis 12. Oktober 2014 

Drei Zelte: Gösser-Zelt, Wiesbauer- Zelt, Wojnas-Kaiserzelt

plus vier Almen: ORF-Wiener Wiesn-Fest-Alm, Winzer-Stadl (Großarltal Alm), Austria Trend Hotels- Heuboden-Alm, Penny- Oxxenkracherl-Alm und das Wiesn-Dorf

250.000 BesucherInnen im Jahr 2014 lt. Veranstalter.

(Leider kein Übersichtsplan für 2014 vorhanden, aber vermutlich wie der von 2015- da bereits vier Almen)

24. September bis 11. Oktober 2015 2015.jpg

 

 

 

 

 

 

 

 

Drei Zelte: Gösser-Zelt, Wiesbauer- Zelt, Wojnas-Kaiserzelt

plus vier Almen: ORF-Wiener Wiesn-Fest-Alm, Penny-Ich bin Österreich-Alm, Winzer-Stadl (Kärntner Almwirt), Heuboden-Alm (Kärntner Seewirt) plus Servus-in Stadt & Land-Festbühne und das Wiesn-Dorf

300.000 BesucherInnen im Jahr 2015 lt. Veranstalter.

22. September bis 9. Oktober 2016 2017.jpg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Drei Zelte: Gösser-Zelt, Wiesbauer- Zelt, Wojnas-Kaiserzelt plus fünf Almen: ORF-Wiener Wiesn-Fest-Alm, Penny-Ich bin Österreich-Alm, Merkur-Alm Zum lustigen Fränz, Genuss-Spechte-Alm, Champagner-Alm plus Billa Festbühne und das Wiesn-Dorf

350.000 BesucherInnen im Jahr 2016 lt. Veranstalter.

21. September bis 8. Oktober 2017

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Drei Zelte: Gösser-Zelt, Wiesbauer- Zelt, Wojnas-Kaiserzelt

plus fünf Almen: ORF-Wiener Wiesn-Fest-Alm, Schladming-Dachstein Heuboden Alm, Wienwein Winzer-Stadl, Penny-Ich bin Österreich-Alm, Veuve Clicquot Champagner-Alm plus Billa Festbühne und das Wiesn-Dorf

350.000 BesucherInnen im Jahr 2017 lt. Veranstalter.

27. September bis 14. Oktober 2018

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Drei Zelte: Gösser-Zelt, Wiesbauer- Zelt, Wojnas-Kaiserzelt

Plus fünf Almen: ORF-Wiener Wiesn-Fest-Alm, Schladming-Dachstein Heuboden Alm, Wienwein Winzer-Stadl, Penny-Ich bin Österreich-Alm, Veuve Clicquot Champagner Alm plus Billa Festbühne plus das Wiesn-Dorf

400.000 BesucherInnen im Jahr 2018 lt. Veranstalter.

26. September bis 13. Oktober 2019

2019.jpgDrei Zelte: Gösser-Zelt, Wiesbauer- Zelt, Wojnas-Kaiserzelt

plus fünf Almen: ORF- Wiener Wiesn-Fest-Alm, Schladming-Dachstein Heuboden Alm, Wienwein Winzer-Stadl, Penny-Ich bin Österreich-Alm, Veuve Clicquot Champagner Alm plus Billa Festbühne und das Wiesn-Dorf

BesucherInnen für das Jahr 2019 noch offen.

 

Autorin: Sabine Edler

Der Trachten – Sneaker

Es ist das Wochenende der mehr als 3-wöchigen Wiener-Wiesn-Veranstaltung auf der Kaiserwiese,  sodass ich Euch einige Gedanken zum äußeren Erscheinungsbild dieses Mega-Events nicht vorenthalten möchte.

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Angestachelt durch den just im Kurier erschienenden Artikel, der den „Wiesn für daheim“-Baukasten und die Einweg-Lederhose aus Plastik beschreibt, aber auch mit der Frühlingswiesn und naheliegenderweise mit der Dauer-Wiesn auf der Kaiserwiese droht, habe ich mich gefragt, wie so ein importiertes Volksfest mit zweifelhafter Tradition eigentlich in Wien so explodieren konnte. Wir stehen staunend daneben, wenn 14jährige Mädchen mit barbusigem Dekolleté (welches Mama und Papa ohne Traditionskontext vermutlich nicht erlaubt hätten), gerahmt von Synthetik-Spitzen, sowie erwachsene Männer, deren stramme Waden in Polyester-Stulpen in Strickoptik getunkt sind, uns ab 12.00 mittags am Gehsteig in der Venediger Au sowie am Lift der U2 entgegenkommen.

Wenn ich das Dirndl, die Tracht und die Herkunft ein wenig erforsche, stoße ich auf Begriffe wie „traditionell, historisch, regionaltypisch“ oder davon, dass sie die „Zugehörigkeit zu einem Stand,  einer Konfession oder einer Bevölkerungsgruppe“ unterstreicht, aber vor allem die Begriffe „bäuerlich“ und „ländlich“ tauchen immer wieder auf, und zwar international.  „Handwerkskunst“, ok das interessiert mich, da lese ich weiter, die Schürze mit ihren Stickereien unterstreiche die Macht der Trägerin, sie hat dort schwere wichtige Schlüssel am Schlüsselband versteckt. Jetzt habe ich einen Hoffnungsschimmer, dass das Dirndl versteckte Informationen über ganz frühen geheimen Feminismus symbolisiert.

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Stattdessen muss ich von der braunen Vergangenheit des derzeit „modernen“ Dirndls lesen. Während das ursprüngliche, wirklich alte Dirndl von der südtiroler Ethnologin Elsbeth Wallnöfer als „ein grobes, wenig schmeichelhaftes Gewand ohne modischen Schnitt, das ganz im Sinne der katholischen Kirche mehrheitlich dazu diente, Arme, Beine und Dekolletee zu verdecken“ beschrieben wird, taucht das Plastik-Dirndl Ende der 1930er-Jahre in deutschen Modezeitschriften als Schnittmuster auf – mit dem Hinweis, „dass es jüdischen Frauen untersagt sei, diese Art von Kleidern zu tragen.“ Schockierend: Erst im Hitler-Deutschland wurde das Dirndl armfrei, sexy, mit angehobener Schürze.
(mehr vom Nazi-Kontext im Zeit Artikel, sh unten)

Eine auffallend positive Gegendarstellung liefert „Reclaim the Dirndl“, eine Gruppe Österreicherinnen,  die sich gegen Diskriminierung & Extremismus engagieren:

„Meine Tracht ist der Widerstand“ und „Never let the fascists have the Dirndl“,und denke hey, das ist ja richtig spannend! ob das auch beim Wiesn-Fest vorkommt??? Und warum findet so ein Fest mitten im urbanen Zentrum einer Stadt ohne Brauereitradition statt?

Mit diesen offenen Fragen und noch mehr Bildern vom Discount-Dirndl möchte ich gemäß Elsbeth Wallnöfer meinen heutigen Freitagsbeitrag abschließen:
„Wenn die Discounter Billig-Dirndl verkaufen, schließt sich der Kreis.“

Trachten-4.jpgTrachten-7.jpgTrachten-8.jpg

Übrigens gibts morgen, Samstag, 28. September am Ilgplatz einen Infostand von kfa ! beim Stuwerviertel Straßenfest (https://www.facebook.com/events/ilgplatz-1020-wien-%C3%B6sterreich/stuwerviertel-stra%C3%9Fenfest/455471141702009/ http://treffen.stuwer.info/).
Dort treffen wir uns, die weltlichen StädterInnen, ganz ohne Tradition und ohne viel Geschichte. Anziehen darf sich jeder wie er will – auch ein Dirndl! – ich schwöre!

Quellen der zitierten Texte:
„Immerwährende Wiesn“, Guido Tartarotti

Kurier-.JPG
https://www.zeit.de/2019/28/dirndl-trachtenmode-tradition-erotik
https://www.das-buendnis.at/magazin/reclaim-the-dirndl
Radiosendung
https://cba.fro.at/385463

Quellen der Discount-Fotos:
Google Bildersuche

Autorin: Nicole Raker

2019 mehr als 52 Lauf-Events im Grünen Prater!!!

Mein Ziel für dieses Beitrags war, aufzuzeigen, wie viele – viel zu viele! – Veranstaltungen im Grünen Prater stattfinden. Ich dachte mir, schau doch erst mal, wie viele Lauf-Events 2019 im Grünen Prater stattfanden und stattfinden werden, und begann zu zählen.

Ich konnte es gar nicht glauben!!! Beim 52. Lauf, den ich entdeckte, hab‘ ich aufgehört zu zählen: Im Durchschnitt ein Lauf-Event pro Woche!!!! Hier die Liste, und wie gesagt, sie ist nicht vollständig.

1. Wien Energie Business Run, 2. Rapid Lauf, 3. Österreichischer Frauenlauf, 4. Sie- und Er-Lauf, 5. WLV-Crosslauf-Cup, 6. WLV Crosslauf-Cup-2. Lauf, 7. WLV Crosslauf-Cup-3. Lauf, 8. VCM Winterlaufserie-2. Lauf, 9. VCM Winterlaufserie-3. Lauf, 10. VCM Winterlaufserie-4. Lauf, 11. LCC-Eisbärlauf, 12. LCC-Eisbärlauf-2. Bewerb, 13. LCC-Eisbärlauf-3. Bewerb, 14. Stadion Center Lauf, 15. Kids Run – Österreichs Laufopening, 16. Laufen hilft – Österreichs Laufopening, 17. Wiener Feuerwehrlauf, 18. Vienna 10K, 19. Vienna City Marathon, 20. LCC Frühlingsmarathon – Adolf Gruber Gedenklauf, 21. Frauen Fun Run, 22. Loverun Wien, 23. Praterblüten-Lauf, 24. Tierschutzlauf, 25. x cross run Wien – Business Challenge, 26. X-Cross-Run Wien, 27. Ich Helfe Laufend Spendenlauf, 28. Sri Chinmoy 6-Stundenlauf Wien, 29. Wiener Kinderlauf, 30. Vienna Uni-Run, 31. Kinderlauf by Österreichischer Frauenlauf, 32. Teach for Austria: U-RUN for Kids, 33. Firmenlauf und Teamlauf des LCC Wien, 34. Euro Pride Run Vienna, 35. 100km-Ultralauf Wien, 36. Wald-und-Wiesen-Lauf Wien, 37. Wiener Sommerlaufcup-1. Lauf, 38. Wiener Sommerlaufcup-3. Lauf, 39. Muddy Angel Run Wien, 40. LCC-Babenbergerlauf, 41. Wiener ROTE NASEN LAUF, 42. SeniorInnen Nordic Walking Day Wien, 43. Alfreds Lauf mit 200-m-Zielsprint,
44. Benefizlauf der Freunde des Laufsports Austria, 45. Finale Grande – Wien Läuft, 46. LCC-Herbstmarathon, 47. GhostRun, 48. Wiener Meisterschaften im Crosslauf, 49. Adventlauf des LCC Wien, 50. Vienna Christmas Run, 51. VCM Winterlaufserie, 52. Wings for Life World Run Wien uvm.

Quelle: https://www.hdsports.at/laufkalender

Die Läufe finden ganz oder teilweise im Grünen Prater statt, meistens auf der Hauptallee, manche innerhalb von Sportanlagen, manche quer durchs Gemüse.

Jede dieser Veranstaltungen geht mit umfassenden Auf- und Abbaumaßnahmen einher, d.h. es gibt jedes Mal regen Zu- und Ablieferverkehr. Inwieweit dabei Rücksicht auf Grünflächen genommen wird, ob Baumschutz überhaupt ein Thema ist, etc. ist nicht bekannt.

Unzählige Menschen besuchen diese Events, sei es als Teilnehmer*in, Besucher*in oder Organisator*in. All diese Menschen laufen über die Grünflächen, verlieren auch mal ein Plastiksackerl, verschwinden gelegentlich in den Büschen (obwohl’s natürlich immer Toiletten gibt), hinterlassen also deutliche, leider für den Park oft schädliche Spuren.

Meist werden die Veranstaltungen von Musik begleitet, laute Ansagen und Anfeuern gehört zu einem Lauf-Event natürlich dazu. Lärmempfindlich, wie es manche Tiere im Prater oder ruhesuchende Menschen sind, sollte man an solchen Veranstaltungstagen daher nicht sein.

Generell sind die Schäden, die ein einzelnes Event verursacht, nicht ganz so dramatisch. Und hat der Park genügend Zeit, sich zu erholen, ist nach einiger Zeit fast nichts mehr davon zu bemerken. Findet das Alles aber 52 x im Jahr statt, dann summiert sich der Schaden gewaltig!!! Außerdem gibt es bei einem Event pro Woche keine Erholungszeiten, die Schäden können sich also manifestieren.

Doch 52 x im Jahr ist nicht genug, denn das waren ja nur die Lauf-Events! Im Grünen Prater finden noch unzähligen anderen Veranstaltungen stattfinden (hatte keine Lust, die auch noch aufzulisten). Den Gesamtschaden alle dieser Events (und da kommen in Zukunft sicher noch einige neue dazu) möchte man sich garnicht vorstellen.

Wird dieser Event-Wahnsinn nicht endlich gestoppt, schaut’s ziemlich traurig aus für den Grünen Prater.

Autorin: Eva Müller

Pratergrenzen – Teil 2

Heute setzen wir die Kleinserie, die sich mit historischen, potentiellen, realen und zukünftigen Grenzen des Grünen Praters beschäftigt fort. Auf Grundlage der fiktven Karte aus > Teil 1 dieser Serie beginnen wir aus aktuellem Anlaß den Bereich um die beiden sich momentan in Renovierung befindlichen Tribünen der Trabrennbahn Krieau zu betrachten.

pratergrenzen 2

Quelle Grundlagenmaterial : http://www.wien.gv.at/stadtplan/

 

 

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Die Projektentwickler der value one haben im Juni mit den Bauarbeiten begonnen. Anstatt hier die einmalige Chance wahrzunehmen und den Grünen Prater zu vergrößern wird weiter gebaut und den beiden Trübinen auf Praterseite zwei zusätzliche Baukörper hinzugefügt. Die Nutzungsvielfalt bewegt sich von Büronutzung bis hin zu ähnlichen Nutzungen:

Wie werden die Tribünen in Zukunft genutzt?
Die Tribüne1 wird weiterhin vom Wiener Trabrennverein als Zuschauertribüne genutzt. Die Tribünen 2 und 3 werden kernsaniert und dann inBürogebäude umgewandelt. Wir sind stolz, dass wir ein Drittel der Fläche (Tribüne 2) in unsere neue Firmenzentrale verwandeln und als Value One und Entwickler vom Viertel Zwei dort einziehenwerden. Die Tribüne3 wird für einen ähnlichen Zweck zur Vermietung angeboten. “

Quelle: https://www.value-one.com/pdf/livedabei-2-de.pdf

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Für die Baustelle wurden 42 Bäume gefällt, darunter große, alte Nadelbäume. Laut value one werden 81 Ersatzbaumpflanzungen getätigt. Wo diese stehen werden, was für Bäume das sind und wie lange eine Anwuchs- und Entwicklungspflege durchgeführt wird ist uns nicht bekannt!

Die zuständige Architekturbüro ist Architekten Tillner & Willinger. Es gibt bereits einige Renderings und Modelle im Netz und vor Ort zu sehen. Leider werden für die Nutzer*innen dann auch PKW-Abstellplätze hinter den Tribünen zur Verfügung gestellt! Das bedeutet, daß nicht nur an den Renntagen, sondern täglich Menschen bis ganz an den Prater heranfahren dürfen und es dann auch tun werden! Zusätzlich wird es Stellplätze in einer Tiefgarage geben, jedoch zeigt die Erfahrung, daß eher das oberirdiche Abstellen bevorzugt wird!

 

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Angrenzend an den asphaltierten Parkplatzbereich steht seit vielen Jahren ein Zaun. Jetzt wird diese Grenze in Zukunft sowohl baulich, als auch durch PKW-Verkehr weiter bedrängt! Trotz allem sehen wir in solchen Grenzen fast die einzige Möglichkeit den Grünen Prater zu schützen und die Verwertungsmaschinerie abzuhalten. Zusätzlich wäre aber eine Pufferzone, eine Bau- und Nutzungsfreie Zone, unbedingt notwendig. Sonst bleibt zu befürchten, daß sich Flora und Fauna trotzdem ein Stück weiter zurückziehen werden.

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Autor: Eric Kläring

Sport im Grünen II

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Der 2017 fertig gestellte Hockeyclub ist nicht der einzige Sportplatz im Grünen Prater, für den eine saftige Wiese einem Kunstrasenplatz weichen musste und für dessen Errichtung schöne große Bäume gefällt wurden.
Bereits im Jahr 2014 wurde nach einiger Verzögerung das Trendsportzentrum der Sportunion im Grünen Prater eröffnet. Auf diese Fläche im Grünen Prater hatte man sich als Ersatzsportfläche für das 2012 geschlossene Sportzentrum in Schönbrunn geeinigt.

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101 – nochmals zum auf der Zunge zergehen lassen – einhundertundein! – Bäume wurden gefällt. Darunter waren lt. einem Bericht vom „Der Standard“ vom 22. Mai 2014 einige, die als „relativ wertvoll“ erachtet wurden. Aber was soll‘s – grüne Wiese weg, wertvolle Bäume weg. Auch im Grünen Prater heißt es mit den Grünflächen – „zackzackzack“.

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Dafür kann man sich jetzt auf einem 8.000m² großen Kunstrasenplatz, einer 1.000m² großen Sandfläche sowie einer über 700m² großen Padel-Court Anlage ganz den Trendsportarten Rugby oder Lacrosse und einige andere mehr widmen.

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Hier der Artikel vom „Der Standard“ mit Fotos von der Errichtung:
https://www.derstandard.at/story/2000001477799/der-wiener-prater-ist-heimat-zahlreicher-sportvereine-ein-rugbyklub-der

Spannend ist jedenfalls der letzte Satz.  „Die Stadt Wien […] zerstört jedes Jahr weitere Flächen im Prater.“ Das war 2014. Fünf Jahre später sagen wir das noch immer.

Autorin: Sabine Edler

Vernunft statt Gigantomanie – von einem Kelch, der am grünen Prater vorbeizog.

Heute können wir von einer aktuellen Entwicklung betreffend das Praterstadion
berichten. Wie wir im Beitrag vom 14. Juni ausgeführt haben, bestanden Pläne das
Happel-Stadion durch einen Neubau zu ersetzen und im grünen Prater eine
gigantische Multifunktionsarena (inklusive Skisprungschanze!) zu errichten.
Zumindest nach den Aussagen des Wiener Sportstadtrats Peter Hacker im Kurier vom
27. August 2019, dürften diese Pläne nun vom Tisch sein. Ausschlaggebend dafür,
dass die Stadt Wien einem Neubau eines Fußball-Nationalstadions im Prater eine
Absage erteilte, dürften allem Anschein nach finanzielle Überlegungen gewesen sein.
Die für einen Neubau erforderlichen 300 bis 400 Millionen Euro wolle Stadtrat
Hacker lieber für den Breitensport und Kinder ausgeben.
https://kurier.at/sport/fussball/wiens-sportstadtrat-hacker-sagt-nein-zum-nationalstadion/400587752

Definitiv kein Nationalstadion in Wien


https://www.derstandard.at/story/2000107859499/oefb-sondiert-nach-wiens-nein-zu-nationalstadion-alternativen

Wie im Beitrag vom 14. Juni vermutet, dürfte es wohl die angespannte Lage der
öffentlichen Kassen gewesen sein, die den gigantomanischen Plänen im Prater
entgegengestanden ist. Was auch immer letzten Endes der Grund für die Absage war
mag dahingestellt bleiben. Für den grünen Prater ist es jedenfalls vorerst eine
erfreuliche Entwicklung, bleibt diesem dadurch ein weiteres invasives Vordringen der
„Veranstaltungs- und Belustigungsindustrie“ erspart.
Bleibt zu hoffen, dass es sich nicht nur um eine „Verschnaufpause“ für den grünen
Prater handelt, sondern die Absage eines Neubaus des Praterstadions dazu führen
mag, dem Vordringen von Immobilienspekulation und Veranstaltungsunwesen im
grünen Prater endlich Einhalt zu gebieten.

 

Autor M.W.