Das Heiligengeistfeld in Hamburg

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Hamburger Dom am Heiligengeistfeld, Quelle: Wikipedia

Unser heutiger Freitagsbeitrag ist ein kleiner Exkurs in eine andere Millionen-Metropole und an einen mit der Kaiserwiese vergleichbaren Ort: das Heiligengeistfeld in Hamburg St.Pauli. Seit seiner Vergangenheit als Glacisfläche und Exercierplatz im 17.Jahrhundert wurde das Heiligengeistfeld freigehalten und ab dem 19.Jahrhundert zunehmend als „Amüsierfläche“, also für Ausstellungen, Clubveranstaltungen und Märkte benutzt. Das Heiligengeistfeld dient seit dem 20.Jahrhundert 3x pro Jahr für jeweils 4 Wochen dem „Dom“, Hamburgs größtem Volksfest (Jahrmarkt). Außerhalb der Domzeiten finden dort wiederum Musicals und Clubtreffen statt oder der Ort wird als Parkplatz genutzt.
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Heiligengeistfeld um 1890, Quelle: Wikipedia

Wie die Kaiserwiese liegt das Heiligengeistfeld zentral in der Stadt und grenzt unmittelbar an öffentliche Parks und Freiräume.
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Einen sehr prägnanten Unterschied zur Kaiserwiese gibt es allerdings: Dieses historische Feld wurde seit Jahrhunderten für Großversammlungen freigehalten, es liegt nicht inmitten einer öffentlichen Grünfläche, es ist nicht der Hauptzugang in den größten Park der Stadt, es gab dort niemals Grünraum und es wurden keine Bäume gefällt. Dieser Ort wird seither von der Stadt Hamburg sogar von gewinnbringender Stadtverdichtung, also Bebauung, freigehalten, obwohl dies oft diskutiert wurde.
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Das Heiligengeistfeld 2010 nach dem Sommerdom, Quelle: Wikipedia

Jeder weiß, dass Hamburg über vergleichsweise großzügige öffentliche Grünflächen im Sinne der „Gartenstadt“ verfügt, war sie doch als „Gartenstadt“ angelegt worden. Es gäbe also Möglichkeiten, Grünflächen für die Großveranstaltungen zu opfern und dieses überaus wertvolle zentrale Feld zu bebauen – der Hamburger Senat hat dies bis jetzt immer wieder abgelehnt.
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Das Heiligengeistfeld aus Richtung Feldstraße, Juli 2019, Quelle: N.Raker

In Wien wird sogar mitten im größten Volkspark gebaut und gerodet, was das Zeug hält. Flächenumwidmungen in Bauland sind keine Seltenheit, obwohl ringsum gänzlich neue Stadtteile entstehen, oftmals mit der Absicht, „mitten im Stadtgrünen“, also nahe am Grünen Prater, zu wohnen.
Autorin: Nicole Raker
Bildquellen: privat & Wikipedia
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Neue Hitzeinsel im Wurschtel-Prater

 

Im Wurschtel-Prater wurde der Calafatiplatz vor dem Blumenrad saniert und modernisiert. Leider nicht zeitgemäß: zugepflastert und ohne jegliche Schattenspender (Bild links). Einzig eine Sprühnebeldusche sorgt für kurzfristige Kühlung (nett aber auch nicht gerade Ressourcen-schonend).

Ein paar große Bäume wären als Schattenspender wesentlich sinnvoller gewesen und hätten den Platz auch optisch deutlich aufgewertet. Wie gut das funktioniert sieht man am Platz vor dem Schweizerhaus: Schön grün und schattig, sodass man sich dort auch im Sommer gerne aufhält (Bild rechts).

 

Autorin: Eva Müller

Pratergrenzen – Teil 1

Soll eine weiteren Schrumpfung des Grünen Praters verhindert werden, so scheint dies nur mit der Einführung einer deutlichen und geschützten Grenzziehung dieses wichtigen innerstädtischen Grün- und Erholungsraumes durchzusetzen. Oder gibt es andere Werkzeuge mit denen den Verwertungsmechanismen und dem Druck der Immobilien- und Versiegelungswirtschaft Einhalt geboten werden kann?

Im folgenden eröffnen wir eine neue Kleinserie in unseren wöchentlichen Betrachtungen von Kaiserwiese und Grünem Prater, die sich mit historischen, potentiellen, realen und zukünftigen Grenzen dieses wiener Park- und Freiraumes beschäftigen wird. Auf der folgenden Karte ist eine fiktive Pratergrenze eingezeichnet, die auch bereits bebaute Gebiete mit einbezieht. Diese Karte ist als Ausgangspunkt unserer Analysen und Betrachtungen zu verstehen und wird im Laufe der nächsten Beiträge dieser Serie weiter bearbeitet und geschärft.

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Quelle Grundlagenmaterial : http://www.wien.gv.at/stadtplan/

 

Betrachten wir Kartenmaterial von vor, während oder kurz nach der Donauregulierungsphase um 1875, so fällt auf, dass das, was einmal der Prater werden sollte bereits damals einige Grenzen aufweist, die noch heute in Teilen erhalten sind.

Folgende vier Karten sind aus  https://www.boku.ac.at/fileadmin/data/…  entnommen.

 

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Wasserbaumaßnahmen (in gelb) im Wiener Raum im 15. und 16. Jahrhundert (Hintergrundkarte: MA 41). /MUOe_02_Hohensinner_u_Hahmann.pdf

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Wasserbaumaßnahmen im Wiener Raum im 17. Jahrhundert (Hintergrundkarte: MA 41).

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Wasserbaumaßnahmen im Wiener Raum im 18. Jahrhundert (Hintergrundkarte: MA 41).

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Wasserbaumaßnahmen im Wiener Raum im 19. Jahrhundert (Hintergrundkarte: MA 41)

Der Donaukanal (1), der bereits ab 1598 als ein regulierter Arm der Donau bezeichnet werden kann, begrenzt die süd-westliche Seite des Praters bis in das Jahr 1978. In diesem Jahr wurde die Ostautobahn vom Knoten Prater bis zur Simmeringer Haide an das praterseitige Donaukanalufer gebaut. (2) Der restliche Uferbereich vom Knoten Prater bis zur Franzensbrücke, die heutige Schüttelstrasse (3) wurde auch bereits 1876 in Betrieb genommen.

Die Donau begrenzt die nord-östliche Seite des Praters, wobei jedoch bereits bei der großen Donauregulierung (4)1875 weitere Bautätigkeiten dazukamen. Der Handelskai (5) und der Hafen Freudenau (6) wurden ausgebaut. Auch hier wurde also eine starre und den Prater vom Donau-Wasser trennende Grenze geschaffen.

Die dritte Grenzlinie auf unserem Ausgangsplan ist die heutige Lassallestrasse. Wir haben das heutige Stuwerviertel mit eingeschlossen, da sich vor seiner Errichtung um 1900, also in klarer Abfolge zu Donauregulierung, hier noch der Bereich des Oberen Praters befand. Dort konnten Feuerwerksdarbietungen der Familie Stuwer besucht werden, die namensgebend für das Viertel waren.

Der Prater stand also immer in starkem Bezug zum Wasser der Donau, bzw des Donaukanales. Diese Beziehung ist heute nicht mehr sehr ausgeprägt. Die heute nurmehr stehenden Gewässer, aus Altarmen der Donau hervorgegangen, sind nur mit technischem und landschaftspflegerischem Aufwand zu erhalten, da auch der Grundwasserhaushalt durch Donauregulierungen verändert wurde. Folgende aus Altarmen der Donau hervorgegangene Gewässer finden wir im Prater: Oberes und Unteres Heustadelwasser, Rosenlacke, Krebsenwasser, Lusthauswasser, Mathnerwasser. Weiters gibt es noch den künstlich geschaffenen Konstantinteich am Fuße des Konstantinhügels.

(1) http://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Donaukanal

(2) https://de.wikipedia.org/wiki/Ost_Autobahn

(3) https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Sch%C3%BCttelstra%C3%9Fe

(4) https://www.stadt-wien.at/gesundheit/umwelt/die-grosse-donauregulierung.html

(5) https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Handelskai

(6) https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Wiener_Hafen

Groß, größer, am größten!

Im Mai 2017 eröffnete das BBQ-Restaurant „Die Allee“ auf der Prater Hauptallee. Dort, wo jahrelang das Brunswick- Bowling- und Freizeitcenter oder zuletzt Phoenix Bowling ein nach außen hin unaufgeregtes Dasein führte, änderte sich mit der Übernahme durch den jetzigen Besitzer auch die Unaufgeregtheit. Der neue Besitzer denkt groß. Was kümmert ihn die Tatsache, dass das Lokal in einem Naherholungsgebiet liegt. Der Name „Die Allee“ muss reichen. Der beschauliche Grünstreifen vor dem Gebäude auf Seite der Hauptallee musste gleich mal weichen. Man denkt ja groß und was nützt einem der sehr große Smoker in Form einer Lokomotive, wenn nicht die dazugehörigen Plätze für potentielle Gäste geschaffen werden. So verschwand also der Grünstreifen und ein in die Hauptallee reichender Gastgarten entstand. Der Baum, der da noch auf diesem ehemaligen Grünstreifen stand, wurde zwar nicht gefällt, aber recht eingepflastert. Dass die Bäume eher Staffage sind, zeigt ja auch die Rückseite des Lokals. Drei eingezäunte Bäume.Der Gastgarten ist echt groß, aber noch immer nicht groß genug – so finden sich immer wieder Sessel und Tische auf dem Weg vor dem Gastgarten. Man denkt einfach größer.Der Besitzer durfte ja auch schon am Donaukanal das gar so romantisch anmutende Lokal „Blumenwiese“ hinstellen. Ein sehr großer Holzbau – selbstverständlich ohne Blumenwiese. Aber wer hält sich schon mit solch Lappalien auf. Vielleicht sind ja geschäftstüchtig schon Duftsprays à la Baumallee oder Blumenwiese in Vorbereitung, damit man sich zumindest so noch ein bisserl an deren Duft erinnern kann.

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Autorin: Sabine Edler

Schifliegen im Prater?

Nachdem wir in den vergangenen Wochen unser Augenmerk öfters auch über den unmittelbaren Bereich der Kaiserwiese gerichtet haben, wollen wir heute auf eine beachtenswerte Diskussion zur Zukunft des mitten im grünen Prater liegenden Happel-Stadions (ehemals „Praterstadion“) hinweisen.

Es hat bisweilen den Anschein, als wüssten die politisch verantwortlichen Entscheidungsträger nicht so recht, was in Zukunft mit dem Praterstadion geschehen soll. Da hört man einmal, das Stadion sei zu klein und zu veraltet um geeignete Großveranstaltungen darin abhalten zu können. Dann wird der seit 2001 bestehende Denkmalschutz beklagt, der eine Modernisierung des Stadions verhindere. Mit gewisser Regelmäßigkeit tauchen auch immer wieder Um- respektive Neubaupläne auf, denen zumeist der Wunsch nach einem intensiver verwertbaren Veranstaltungsort innewohnt. Zuletzt war sogar – man mag es kaum glauben – die Rede von der Errichtung einer Skisprungschanze im Rahmen einer ganzjährig nutzbaren Multifunktionsarena. Und genau solche gigantomanisch anmutenden Pläne lassen für die Zukunft des grünen Praters nichts Gutes erahnen. In den vergangenen Jahren haben wir bereits im – verglichen mit dem Praterstadion relativ kleinen – Bereich der Kaiserwiese vor Augen geführt bekommen, welch nachteilige Auswirkungen Großveranstaltungen im grünen Prater nach sich ziehen. Die nachhaltige Zerstörung der Grünflächen, die Beschädigung von Bäumen, der gewaltigen Anstieg des motorisierten Verkehrs im Grünen Prater, sowie die Lärmbelästigung der Wohnbevölkerung sind nur einige der unerwünschten Folgeerscheinungen, welche der Missbrauch des grünen Praters zu Veranstaltungszwecken mit sich bringt. Und nun soll derartiges – wohlgemerkt um mehrere Dimensionen größer – auch beim Praterstadion geschehen? Als wenn der grüne Prater nicht ohnehin jetzt schon mehr als genügend Großveranstaltungen über sich ergehen lassen muss. Alleine die durch so ein „Megastadion“ (siehe den entsprechenden Artikel im Standard vom 4.11.2018) zu befürchtende Verkehrsexplosion im größten innerstädtischen Grüngebiet Wiens lässt einen erschaudern. Bleibt zu hoffen, dass die angespannte Finanzlage der öffentlichen Kassen der Umsetzung derartiger Pläne entgegensteht. Verlassen sollte man sich darauf aber keinesfalls.

Links zu ausgewählten Artikeln zum Thema:

Der Standard, 4. November 2018

https://derstandard.at/2000090628177/Skispringen-im-Prater-Plaene-fuer-Mega-Stadion-in-Wien

Der Standard, 8. November 2018

https://derstandard.at/2000090908234/Stadionplaene-Im-Prater-bluehen-wieder-die-Traeume?ref=rec

Österreich, 5. Februar 2019

https://www.österreich.at/politik/Strache-will-den-Stadion-Neubau-jetzt-erzwingen/366748739

Kurier, 10. Juni 2019

https://kurier.at/sport/fussball/wien-ist-anders-vor-allem-beim-nationalstadion/400518916

Kleine Zeitung, 12. Oktober 2018

https://www.kleinezeitung.at/sport/fussball/5511886/HappelStadion-mit-Fragezeichen_Bekommt-Oesterreich-ein-neues

Autor: M.W.

Wiesenportraits: die Golfwiesen

Heute wieder ein Kurzportrait einer öffentlichen Wiese im Grünen Prater:
die „Golfwiesen“ (no.5 am Schwarzplan).

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Die Golfwiesen bestehen aus mehreren Teilen und sind von dichtem Gehölz separiert.
Im Gehölz gibt es viele Rehe 🙂 Es sind freie, mehr oder weniger wilde Felder, die ein paarmal im Jahr gemäht werden, ansonsten einen extensiven Charakter haben.
So wie wir es mögen!

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Es gibt mehrere wunderschöne Solitär-Baumgruppen sowie kleine Wäldchen, die von der Wiese umspielt werden.

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Da die Golfwiesen ungefähr in der Mitte des Grünen Praters sind und rundherum keine direkte öffentlicheAnbindung besteht, sind sie wenig genutzt – und wenn, dann von sportlichen Menschen, die ganz gezielt mit ihrem Frisbee – Gepäck kommen, um die von der Stadt Wien platzierten Long-Distance-Frisbee-Fangkörbe zu bespielen. Dafür gibt es jeweils „Abschlagplätze, einzig durch eine Holzplanke am Boden markiert.

Wir lieben diesen Ort!

Durchschreitet man aus Richtung Stadt alle Wiesenstücke, gelangt man an das untere Heustadtwasser.

Autorin: Nicole Raker

Neuer Busbahnhof: Blechlawine durch den Grünen Prater zu erwarten!!!

Der neue Standort des zentralen Wiener Fernbusbahnhofs wird beim Stadion im 2. Bezirk sein. Dort soll dann der gesamte internationale Busverkehr von und nach Wien abwickeln (derzeit noch auf drei Standorte verteilt: Hauptbahnhof, Erdberg, Stadioncenter). Die Rede ist von bis zu 300 Bussen, die diese Station dann täglich ansteuern würden.

Für Fahrgäste, Zubringer und Abholer wird die Anfahrt mit den Öffis empfohlen oder mit dem Auto über den Handelskai. Aber diesen Weg werden AutofahrerInnen aus dem 3. Bezirk und angrenzenden Bezirken sicher nicht wählen, sondern vielmehr die direkte Strecke durch den Grünen Prater. Welches Verkehrsaufkommen da zu erwarten ist, möchte man sich garnicht erst ausmalen!!!

Diese Blechlawine mitten durch den Grünen Prater muss unbedingt verhindert werden!!!

Baldmögliche Sperrung der Durchfahrt Meiereistraße / Stadionallee!!

Meiereistrasse Autos

Autorin: Eva Müller